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Benutzer213291 (39)
Ist noch neu hier
- #1
Hallo zusammen,
ich möchte kurz meine Situation schildern. War auch schon in einem anderen Forum unterwegs, aber irgendwie brauche ich vielleicht grad nochmal Input. Ich hadere sehr mit meiner Situation und in mir sind immer noch Fragen.
(Manch einer wird bei meiner Geschichte wahrscheinlich nur mit dem Kopf schütteln)
Ich versuche es kurz zu machen:
Mein Mann und ich waren 20 Jahre zusammen. Aktuell sind wir seit knapp 3 Monaten getrennt (wie die Zeit vergeht), leben aber noch zusammen im Haus.
Ich wollte ausziehen, hatte eine reaktive Depression gekriegt, habe dann auch Anspruch ans Haus gestellt. Aktuell läuft der Check bei ihm bezüglich Finanzierung. Ich hab schon für meine die Zusage der Bank. (Kleiner Nebenkriegschauplatz, nur falls ihr euch wundert)
Eigentlich ist in mir die grundsätzliche Frage, ob sexuelle Anziehung überhaupt nochmal zurückkommen kann, wenn sie weg ist. Diese Frage lässt mir seit Monaten keine Ruhe.
Zur Situation bzw Beziehung:
Wir sind mit 17 bzw. 18 zusammengekommen. Ich war seine erste Sexualpartnerin, er mein zweiter.
Küssen und Sex wurde von Anfang an von mir initiiert. Er machte immer mit und wurde irgendwann auch etwas sicherer.
Es gab jedoch in den 20 Jahren nie Initiative für Küssen und Sex von seiner Seite.
Ich habe sehr früh geflaggt, dass ich mir Initiative von ihm wünsche. War ja selbst auch noch recht unerfahren, selbst etwas gehemmt, weil ich meine eigene Sexualität nie wirklich gelernt hab bzw was ich mag und was nicht.
Habe es abends immer im Bett geflaggt, wenn ich das Gefühl hatte, er möchte Sex, aber nichts kam.
Es kam meist keine Antwort oder Reaktion darauf und wenn ich dann sauer wurde oder fragte was los sei, kam nur "ich weiß es nicht".
Habe mich dann oft in den Schlaf geweint, weil ich mich abgelehnt gefühlt habe und nicht wusste, was ich tun sollte.
Ich habe dann halt immer die Initiative ergriffen und geschaut, dass er Spaß am Sex hat. Habe mich da selbst oft vernachlässigt und nicht genug auf meine Bedürfnisse geachtet.
Für mich war es immer wichtig, dass es für ihn gut war.
Die Jahre vergingen, ich sprach das Thema immer wieder an, wenn ich extrem frustriert war, weil nix kam. Ich zog hübsche Wäsche an, um ihm zu gefallen, weil ich dachte, es liegt vll an mir.
Nach Jahren kaufte ich mir mein erstes Spielzeug, lernte meine Sexualität selbst besser kennen, versuchte dann auch mit Spielzeug für uns beide Pepp reinzubringen.
Es blieb bei fehlender Initiative.
Machte ich 3 Monate keine Anstalten etwas zu tun, hatten wir halt keinen Sex.
Selbstbefriedigt hatte er sich aber regelmäßig mit Hilfe von Pornos. (Übrigens keine Fetisch-Pornos. Also anscheinend keine außergewöhnlichen Wünsche, die Hemmungen machen könnten.)
Ich fühlte mich dadurch noch abgelehnter, weil er das nicht mit mir ausleben wollte. Ich sprach ihn darauf auch mal an, obwohl es mir unangenehm war. Keine Reaktion darauf.
(Ich möchte dazu sagen, dass in seiner Familie Probleme totgeschwiegen werden. Darum hat er wohl so reagiert.)
Ich hatte irgendwann zwischendurch wegen der Pille auch keine Lust mehr. Da hatten wir dann oft wochenlang keinen Sex. Zwischendurch versuchte ich es aber trotzdem und motivierte mich trotz fehlender Libido, weil ich dachte, Sex gehört ha schließlich dazu.
2011 setze ich die Pille ab. Das war sexuell wie eine Offenbarung für mich.
Ich hatte plötzlich sehr oft Lust, fühlte meinen Körper mal so richtig, wie mein Zyklus funktioniert etc. Richtig schön.
Habe die Pille lange genommen, weil ich PCOS habe und die Symptome damit besser sind. Bekämpfe es aber jetzt anders. War trotzdem für mich eine Überwindung mit dem Absetzen.
Ich versuchte unser Sexleben wieder in Schwung zu bringen, drängte mich quasi richtig auf. Er machte mit, aber es kam sonst nie was.
Wir sprachen auch nie über unsere Wünsche oder Vorlieben. Ich war gehemmt ihm gegenüber wegen der "Ablehnung" und ihm war das Thema insgesamt unangenehm.
Es blieb trotzdem alles beim Alten. Keine Initiative von seiner Seite. Beschwerden darüber von meiner Seite.
Irgendwann redete ich mir ein, dass mir Sex dann nicht so wichtig sein darf, weil ganz viel anderes sehr gut in der Beziehung war.
Meine Libido interessierten diese Gedanken natürlich nicht. So benutzte ich dann Spielzeug und schlief immer mal wieder mit meinem Mann.
Allerdings ließ meine Anziehung dann langsam deutlich nach.
Vor 8 Jahren kam dann das Thema hinzu, dass er starken Mundgeruch bekam. Es war mir sehr unangenehm, aber ich sagte es ihm und bat, dass er zum Zahnarzt geht.
Das passierte aber nicht.
Ich versuchte mich dann mit der Situation zu arrangieren, sagte es ihm aber regelmäßig, dass es mich belastete und ich echte Probleme beim Küssen dadurch hatte.
Nach 6 Jahren ging er das erste Mal zum Zahnarzt. Das reichte aber nicht aus, weil er nicht alle Probleme beheben ließ.
Ich muss dazu sagen, dass er oft das Zähneputzen vergaß und das vermutlich der Auslöser war. Ist aber tatsächlich bis heut unklar.
Ich sagte ihm auch regelmäßig, er dürfe das Zähneputzen nicht vergessen. Änderte aber nix.
Irgendwann hatte ich dann wirklich keine Lust mehr auf Küssen oder Sex mit ihm.
Kuscheln war immer noch super schön, obwohl mich sein Atem da auch beeinträchtigte.
Die Zeit verging, ich versuchte mit der Situation zu leben. Es war aber oft schwer für mich. Ich sehnte mich nach Aufmerksamkeit, Begehren, gutem Sex, Knutschen etc. Wenn ich Liebesfilme sah, war ich immer extrem frustriert, weil mein Mann mich nie so anschaute oder mal Handlungen machte, die irgendwie Begehren ausdrückten.
2023 hatten wir dann ein sehr schlimmes Jahr als Paar. Er arbeitete sich kaputt (er ist selbstständig), war selten zuhause, kurz vorm Burnout, ich wechselte den Job, hatte da Probleme, weil ich mit meiner Entscheidung haderte. Es kam viel aufeinander. Er war wochenlang im Ausland. Meinen Wunsch nach Urlaub nahm er nicht ernst. Ich machte das meiste unseres Umzugs ins Eigenheim alleine, strich das ganze Haus, kümmerte mich sehr viel und hielt ihm dem Rücken für die Arbeit frei.
Nachdem er aber seinen Job extrem vor mich stellte und nicht mal mehr richtig Urlaub drin war, gerieten wir extrem aneinander. Ich zog dann da das erste Mal Grenzen und sagte, dass das so mit dem Job nicht weitergehen kann.
Leider waren die Jobtermine bis Ende des Jahres für ihn schon fest. Es änderte sich also nichts.
Wir lebten und quasi auseinander. Jeder machte sein Ding.
Steinigt mich nicht, aber ich fing dann Ende November eine Affäre mit einem Kollegen an. Ich hatte Gefühle entwickelt und die wurden dann sehr stark. Ich verliebte mich in ihn.
Nach 4 Wochen sagte ich es meinem Mann.
Ich weiß, eine Affäre ist scheiße. Ich habe auch daraus gelernt und möchte nie wieder jemanden so verletzen.
Habe schon viel Verurteilung dafür erhalten, wer aber nochmal draufschlagen möchte, möge es dann tun.
Ich hatte dann Probleme mich zwischen meinen Mann und meiner Affäre zu entscheiden.
Ich fing ein Coaching an, dass viele Wochen ging und arbeitete dabei auch viele Kindheitsthemen auf, die Grundlage für gewisse Verhalten und Dynamiken in meiner Beziehung waren.
Habe seitdem sehr viel über mich, Beziehungen etc gelernt.
Ende vom Lied....in dem Moment, wo ich wieder wollte, konnte mein Mann sich nicht mehr committen.
Es gab in den letzten 6 Monaten viel hin und her, viel Fehlverhalten von beiden Seiten, viele Verletzungen etc.
Trotzdem konnten wir uns nicht so richtig aufgeben bzw bei mir spielt(e) auch noch eine emotionale Abhängigkeit mit.
Ich trennte mich im April dann schlussendlich, weil ich mit dem fehlenden Committment nicht mehr leben konnte. Er war auch ständig unterwegs, entfloh einfach der Situation, erwartete von mir jeglichen Schritt, um alles zu reparieren, weil es in unserer Beziehung schon immer so war.
Bei jedem Streit von uns benutze er Silent Treatment bis ich mich entschuldigte. Tat ich auch, obwohl ich wusste, dass es nicht mein Fehler war.
In das Leben meines Mannes hat sich jetzt noch eine ehemalige Schulfreundin von ihm begeben. Beide waren zur Schulzeit ineinander verliebt, waren nie zusammen.
Sie mischte sich schon mal ganz zu Anfang in unsere Beziehung ein bzw versuchte zu testen, ob was gehen würde. Da sagte ich meinem Mann aber, sie oder ich. Dann war Ruhe.
Wie auch immer, die beiden haben nun seit vielen Wochen eine Affäre emotionaler und nun auch körperlicher Natur. Ich weiß nur, dass sie sich geküsst haben. Mehr ist wohl nicht gelaufen bisher.
Mein Mann meinte, er hatte zu Anfang bei dem Kuss die gleichen Hemmungen wie bei mir, das wäre jetzt aber wohl besser.
Wir hatten nach der Affäre ganz viel analysiert, woher seine fehlende Initiative kam und er sagte, er hat Hemmungen im Kopf und denkt immer, es ist der falsche Zeitpunkt und er will mich nicht belästigen, weil ich es ja vielleicht nicht wollen würde. Extremes overthinking.
Er meinte dann auch irgendwann, es wäre besser, aber das stimmte nicht.
Daher glaub ich das aktuell auch nicht, dass er es bei der anderen ganz locker kann.
Er streut in den letzten Wochen trotzdem immer wieder Sachen ein, bei denen ich das Gefühl habe, er will mich zurück.
Allerdings ist die Dynamik immer noch so, dass er bei mir die Verantwortung für alles sucht. Wir hatten stundenlange Gespräche und Streits über die Verantwortung für seine sexuellen Hemmungen. Er suchte den Fehler durchgehend bei mir.
Ich hätte nicht anständig kommuniziert, was mein Problem ist, ich hätte vielleicht etwas getan, das die Hemmungen ausgelöst hat, ich hätte ihm nie gezeigt, dass ich ihn begehre etc.
Er kann selbst keine Kritik an sich üben.
Leide geht das bei allen Themen so.
Die Verantwortung wird bei mir gesucht und ich möge dann bitte auch die Lösung präsentieren und diese umsetzen.
Er verhält sich grundsätzlich passiv.
Das ist nur ein Teil der Geschichte bzw ich kann hier nicht in die Tiefe gehen, sonst wirds ein Buch.
Mit meinem Coach hab ich die Beziehungsdynamik ausgearbeitet bzw analysiert.
Sie meinte, wir hatten eine Mutter/Sohn Beziehung. Kommunikation gab's bei uns ja sowieso nicht vernünftig. Mein Mann ist sehr in der passiven Rolle, übernimmt wenig Führung und Verantwortung etc.
Ich bemutterte zu sehr, hab mich zu sehr in eine führende Rolle begeben, habe Sicherheit in seiner Art gesucht, da die das Gegenteil meiner Eltern war etc.
Es ist relativ viel.
Wie gesagt, bin ich in den letzten 6 Monaten sehr an der ganzen Sache gewachsen, weiß was ich hätte anders machen müssen und worauf ich zukünftig achten muss.
Trotz allem was passiert ist, kann ich meinen Mann immer noch nicht richtig loslassen und er auch nicht.
Wir haben unglaublich viele Gemeinsamkeiten, Hobbies, Interessen, Einstellungen etc. So jemandem nochmal zu finden, wird vermutlich schwierig, weil ich eine sehr ungewöhnliche Kombi aus Interessen und Hobbies hab und mir mein Partner in dem Bereich einfach sehr fehlt.
Die Frage, die mich am meisten bewegt, ist tatsächlich ob theoretisch sexuelle Anziehung wiederkommen kann, wenn die so lange weg ist?
Nicht nur bezogen auf meinen Mann, sondern vielleicht auch für die Zukunft, da Anziehung ja grundsätzlich nachlässt.
Und wie arbeite ich am besten daran, dass Anziehung nicht vollständig verschwindet?
Ich denke mir teilweise immer noch, ich hätte einfach zufrieden sein sollen mit dem was ich hatte. Die Wechseljahre sind nicht mehr so weit und vielleicht hab ich dann gar keinen Bock mehr etc.
Nur falls ihr euch fragt, warum ich meinen Mann geheiratet hab und ein Haus gekauft hab.
Ich wollte die Hochzeit nicht, habe 16 Jahre lang gesagt, ich möchte nicht heiraten. Habe es schlussendlich meinen Mann zuliebe getan.
Das Haus war unser großer Traum, das kam auch super spontan mit dem Kauf und da war ich 2022 noch an dem Punkt, dass es schon irgendwie weiter passen wird, wenn ich halt auf gewisse Dinge verzichte.
Eingezogen sind wir erst 2023, da wir die Vorbesitzer noch im Haus haben wohnen lassen, bis deren neues Haus fertig war.
In meiner Story fehlt eigentlich noch unglaublich viel Information, aber wie gesagt, würde das dann ein Buch werden.
Ich hadere immer wieder zwischendurch mit der Trennung, obwohl meine Affäre mit offenen Armen auf mich wartet, um mit mir ein gemeinsames Leben anzufangen.
ich möchte kurz meine Situation schildern. War auch schon in einem anderen Forum unterwegs, aber irgendwie brauche ich vielleicht grad nochmal Input. Ich hadere sehr mit meiner Situation und in mir sind immer noch Fragen.
(Manch einer wird bei meiner Geschichte wahrscheinlich nur mit dem Kopf schütteln)
Ich versuche es kurz zu machen:
Mein Mann und ich waren 20 Jahre zusammen. Aktuell sind wir seit knapp 3 Monaten getrennt (wie die Zeit vergeht), leben aber noch zusammen im Haus.
Ich wollte ausziehen, hatte eine reaktive Depression gekriegt, habe dann auch Anspruch ans Haus gestellt. Aktuell läuft der Check bei ihm bezüglich Finanzierung. Ich hab schon für meine die Zusage der Bank. (Kleiner Nebenkriegschauplatz, nur falls ihr euch wundert)
Eigentlich ist in mir die grundsätzliche Frage, ob sexuelle Anziehung überhaupt nochmal zurückkommen kann, wenn sie weg ist. Diese Frage lässt mir seit Monaten keine Ruhe.
Zur Situation bzw Beziehung:
Wir sind mit 17 bzw. 18 zusammengekommen. Ich war seine erste Sexualpartnerin, er mein zweiter.
Küssen und Sex wurde von Anfang an von mir initiiert. Er machte immer mit und wurde irgendwann auch etwas sicherer.
Es gab jedoch in den 20 Jahren nie Initiative für Küssen und Sex von seiner Seite.
Ich habe sehr früh geflaggt, dass ich mir Initiative von ihm wünsche. War ja selbst auch noch recht unerfahren, selbst etwas gehemmt, weil ich meine eigene Sexualität nie wirklich gelernt hab bzw was ich mag und was nicht.
Habe es abends immer im Bett geflaggt, wenn ich das Gefühl hatte, er möchte Sex, aber nichts kam.
Es kam meist keine Antwort oder Reaktion darauf und wenn ich dann sauer wurde oder fragte was los sei, kam nur "ich weiß es nicht".
Habe mich dann oft in den Schlaf geweint, weil ich mich abgelehnt gefühlt habe und nicht wusste, was ich tun sollte.
Ich habe dann halt immer die Initiative ergriffen und geschaut, dass er Spaß am Sex hat. Habe mich da selbst oft vernachlässigt und nicht genug auf meine Bedürfnisse geachtet.
Für mich war es immer wichtig, dass es für ihn gut war.
Die Jahre vergingen, ich sprach das Thema immer wieder an, wenn ich extrem frustriert war, weil nix kam. Ich zog hübsche Wäsche an, um ihm zu gefallen, weil ich dachte, es liegt vll an mir.
Nach Jahren kaufte ich mir mein erstes Spielzeug, lernte meine Sexualität selbst besser kennen, versuchte dann auch mit Spielzeug für uns beide Pepp reinzubringen.
Es blieb bei fehlender Initiative.
Machte ich 3 Monate keine Anstalten etwas zu tun, hatten wir halt keinen Sex.
Selbstbefriedigt hatte er sich aber regelmäßig mit Hilfe von Pornos. (Übrigens keine Fetisch-Pornos. Also anscheinend keine außergewöhnlichen Wünsche, die Hemmungen machen könnten.)
Ich fühlte mich dadurch noch abgelehnter, weil er das nicht mit mir ausleben wollte. Ich sprach ihn darauf auch mal an, obwohl es mir unangenehm war. Keine Reaktion darauf.
(Ich möchte dazu sagen, dass in seiner Familie Probleme totgeschwiegen werden. Darum hat er wohl so reagiert.)
Ich hatte irgendwann zwischendurch wegen der Pille auch keine Lust mehr. Da hatten wir dann oft wochenlang keinen Sex. Zwischendurch versuchte ich es aber trotzdem und motivierte mich trotz fehlender Libido, weil ich dachte, Sex gehört ha schließlich dazu.
2011 setze ich die Pille ab. Das war sexuell wie eine Offenbarung für mich.
Ich hatte plötzlich sehr oft Lust, fühlte meinen Körper mal so richtig, wie mein Zyklus funktioniert etc. Richtig schön.
Habe die Pille lange genommen, weil ich PCOS habe und die Symptome damit besser sind. Bekämpfe es aber jetzt anders. War trotzdem für mich eine Überwindung mit dem Absetzen.
Ich versuchte unser Sexleben wieder in Schwung zu bringen, drängte mich quasi richtig auf. Er machte mit, aber es kam sonst nie was.
Wir sprachen auch nie über unsere Wünsche oder Vorlieben. Ich war gehemmt ihm gegenüber wegen der "Ablehnung" und ihm war das Thema insgesamt unangenehm.
Es blieb trotzdem alles beim Alten. Keine Initiative von seiner Seite. Beschwerden darüber von meiner Seite.
Irgendwann redete ich mir ein, dass mir Sex dann nicht so wichtig sein darf, weil ganz viel anderes sehr gut in der Beziehung war.
Meine Libido interessierten diese Gedanken natürlich nicht. So benutzte ich dann Spielzeug und schlief immer mal wieder mit meinem Mann.
Allerdings ließ meine Anziehung dann langsam deutlich nach.
Vor 8 Jahren kam dann das Thema hinzu, dass er starken Mundgeruch bekam. Es war mir sehr unangenehm, aber ich sagte es ihm und bat, dass er zum Zahnarzt geht.
Das passierte aber nicht.
Ich versuchte mich dann mit der Situation zu arrangieren, sagte es ihm aber regelmäßig, dass es mich belastete und ich echte Probleme beim Küssen dadurch hatte.
Nach 6 Jahren ging er das erste Mal zum Zahnarzt. Das reichte aber nicht aus, weil er nicht alle Probleme beheben ließ.
Ich muss dazu sagen, dass er oft das Zähneputzen vergaß und das vermutlich der Auslöser war. Ist aber tatsächlich bis heut unklar.
Ich sagte ihm auch regelmäßig, er dürfe das Zähneputzen nicht vergessen. Änderte aber nix.
Irgendwann hatte ich dann wirklich keine Lust mehr auf Küssen oder Sex mit ihm.
Kuscheln war immer noch super schön, obwohl mich sein Atem da auch beeinträchtigte.
Die Zeit verging, ich versuchte mit der Situation zu leben. Es war aber oft schwer für mich. Ich sehnte mich nach Aufmerksamkeit, Begehren, gutem Sex, Knutschen etc. Wenn ich Liebesfilme sah, war ich immer extrem frustriert, weil mein Mann mich nie so anschaute oder mal Handlungen machte, die irgendwie Begehren ausdrückten.
2023 hatten wir dann ein sehr schlimmes Jahr als Paar. Er arbeitete sich kaputt (er ist selbstständig), war selten zuhause, kurz vorm Burnout, ich wechselte den Job, hatte da Probleme, weil ich mit meiner Entscheidung haderte. Es kam viel aufeinander. Er war wochenlang im Ausland. Meinen Wunsch nach Urlaub nahm er nicht ernst. Ich machte das meiste unseres Umzugs ins Eigenheim alleine, strich das ganze Haus, kümmerte mich sehr viel und hielt ihm dem Rücken für die Arbeit frei.
Nachdem er aber seinen Job extrem vor mich stellte und nicht mal mehr richtig Urlaub drin war, gerieten wir extrem aneinander. Ich zog dann da das erste Mal Grenzen und sagte, dass das so mit dem Job nicht weitergehen kann.
Leider waren die Jobtermine bis Ende des Jahres für ihn schon fest. Es änderte sich also nichts.
Wir lebten und quasi auseinander. Jeder machte sein Ding.
Steinigt mich nicht, aber ich fing dann Ende November eine Affäre mit einem Kollegen an. Ich hatte Gefühle entwickelt und die wurden dann sehr stark. Ich verliebte mich in ihn.
Nach 4 Wochen sagte ich es meinem Mann.
Ich weiß, eine Affäre ist scheiße. Ich habe auch daraus gelernt und möchte nie wieder jemanden so verletzen.
Habe schon viel Verurteilung dafür erhalten, wer aber nochmal draufschlagen möchte, möge es dann tun.
Ich hatte dann Probleme mich zwischen meinen Mann und meiner Affäre zu entscheiden.
Ich fing ein Coaching an, dass viele Wochen ging und arbeitete dabei auch viele Kindheitsthemen auf, die Grundlage für gewisse Verhalten und Dynamiken in meiner Beziehung waren.
Habe seitdem sehr viel über mich, Beziehungen etc gelernt.
Ende vom Lied....in dem Moment, wo ich wieder wollte, konnte mein Mann sich nicht mehr committen.
Es gab in den letzten 6 Monaten viel hin und her, viel Fehlverhalten von beiden Seiten, viele Verletzungen etc.
Trotzdem konnten wir uns nicht so richtig aufgeben bzw bei mir spielt(e) auch noch eine emotionale Abhängigkeit mit.
Ich trennte mich im April dann schlussendlich, weil ich mit dem fehlenden Committment nicht mehr leben konnte. Er war auch ständig unterwegs, entfloh einfach der Situation, erwartete von mir jeglichen Schritt, um alles zu reparieren, weil es in unserer Beziehung schon immer so war.
Bei jedem Streit von uns benutze er Silent Treatment bis ich mich entschuldigte. Tat ich auch, obwohl ich wusste, dass es nicht mein Fehler war.
In das Leben meines Mannes hat sich jetzt noch eine ehemalige Schulfreundin von ihm begeben. Beide waren zur Schulzeit ineinander verliebt, waren nie zusammen.
Sie mischte sich schon mal ganz zu Anfang in unsere Beziehung ein bzw versuchte zu testen, ob was gehen würde. Da sagte ich meinem Mann aber, sie oder ich. Dann war Ruhe.
Wie auch immer, die beiden haben nun seit vielen Wochen eine Affäre emotionaler und nun auch körperlicher Natur. Ich weiß nur, dass sie sich geküsst haben. Mehr ist wohl nicht gelaufen bisher.
Mein Mann meinte, er hatte zu Anfang bei dem Kuss die gleichen Hemmungen wie bei mir, das wäre jetzt aber wohl besser.
Wir hatten nach der Affäre ganz viel analysiert, woher seine fehlende Initiative kam und er sagte, er hat Hemmungen im Kopf und denkt immer, es ist der falsche Zeitpunkt und er will mich nicht belästigen, weil ich es ja vielleicht nicht wollen würde. Extremes overthinking.
Er meinte dann auch irgendwann, es wäre besser, aber das stimmte nicht.
Daher glaub ich das aktuell auch nicht, dass er es bei der anderen ganz locker kann.
Er streut in den letzten Wochen trotzdem immer wieder Sachen ein, bei denen ich das Gefühl habe, er will mich zurück.
Allerdings ist die Dynamik immer noch so, dass er bei mir die Verantwortung für alles sucht. Wir hatten stundenlange Gespräche und Streits über die Verantwortung für seine sexuellen Hemmungen. Er suchte den Fehler durchgehend bei mir.
Ich hätte nicht anständig kommuniziert, was mein Problem ist, ich hätte vielleicht etwas getan, das die Hemmungen ausgelöst hat, ich hätte ihm nie gezeigt, dass ich ihn begehre etc.
Er kann selbst keine Kritik an sich üben.
Leide geht das bei allen Themen so.
Die Verantwortung wird bei mir gesucht und ich möge dann bitte auch die Lösung präsentieren und diese umsetzen.
Er verhält sich grundsätzlich passiv.
Das ist nur ein Teil der Geschichte bzw ich kann hier nicht in die Tiefe gehen, sonst wirds ein Buch.
Mit meinem Coach hab ich die Beziehungsdynamik ausgearbeitet bzw analysiert.
Sie meinte, wir hatten eine Mutter/Sohn Beziehung. Kommunikation gab's bei uns ja sowieso nicht vernünftig. Mein Mann ist sehr in der passiven Rolle, übernimmt wenig Führung und Verantwortung etc.
Ich bemutterte zu sehr, hab mich zu sehr in eine führende Rolle begeben, habe Sicherheit in seiner Art gesucht, da die das Gegenteil meiner Eltern war etc.
Es ist relativ viel.
Wie gesagt, bin ich in den letzten 6 Monaten sehr an der ganzen Sache gewachsen, weiß was ich hätte anders machen müssen und worauf ich zukünftig achten muss.
Trotz allem was passiert ist, kann ich meinen Mann immer noch nicht richtig loslassen und er auch nicht.
Wir haben unglaublich viele Gemeinsamkeiten, Hobbies, Interessen, Einstellungen etc. So jemandem nochmal zu finden, wird vermutlich schwierig, weil ich eine sehr ungewöhnliche Kombi aus Interessen und Hobbies hab und mir mein Partner in dem Bereich einfach sehr fehlt.
Die Frage, die mich am meisten bewegt, ist tatsächlich ob theoretisch sexuelle Anziehung wiederkommen kann, wenn die so lange weg ist?
Nicht nur bezogen auf meinen Mann, sondern vielleicht auch für die Zukunft, da Anziehung ja grundsätzlich nachlässt.
Und wie arbeite ich am besten daran, dass Anziehung nicht vollständig verschwindet?
Ich denke mir teilweise immer noch, ich hätte einfach zufrieden sein sollen mit dem was ich hatte. Die Wechseljahre sind nicht mehr so weit und vielleicht hab ich dann gar keinen Bock mehr etc.
Nur falls ihr euch fragt, warum ich meinen Mann geheiratet hab und ein Haus gekauft hab.
Ich wollte die Hochzeit nicht, habe 16 Jahre lang gesagt, ich möchte nicht heiraten. Habe es schlussendlich meinen Mann zuliebe getan.
Das Haus war unser großer Traum, das kam auch super spontan mit dem Kauf und da war ich 2022 noch an dem Punkt, dass es schon irgendwie weiter passen wird, wenn ich halt auf gewisse Dinge verzichte.
Eingezogen sind wir erst 2023, da wir die Vorbesitzer noch im Haus haben wohnen lassen, bis deren neues Haus fertig war.
In meiner Story fehlt eigentlich noch unglaublich viel Information, aber wie gesagt, würde das dann ein Buch werden.
Ich hadere immer wieder zwischendurch mit der Trennung, obwohl meine Affäre mit offenen Armen auf mich wartet, um mit mir ein gemeinsames Leben anzufangen.