Eine unerwartete Entwicklung

fox79
Benutzer204515  (46) Verbringt hier viel Zeit
  • #1
Ich möchte euch etwas von mir erzählen und gerne auch eure Meinung dazu hören.

Im März diesen Jahres habe ich eine Frau beim Tanzen kennengelernt. Wobei kennengelernt nicht ganz richtig ist, wir kennen uns flüchtig, hatten aber nie viel miteinander zu tun.

Wir haben ein paar wenige Tänze miteinander getanzt aber sie ist einfach sehr viel besser als ich, was mich dann doch eher verunsichert hat.
Weil wir auch nicht weit auseinander wohnen habe ich ihr angeboten (weil die Tanzschule doch 20 km weit weg ist) zusammen zu fahren. Das hat sie freundlich abgelehnt, sie möchte lieber flexibel kommen und gehen... war ich jetzt nicht böse, war eher aus Höflichkeit.

Da ich eigentlich immer, wenn ich etwas angefangen habe, einen gewissen Ehrgeiz entwickle (ohne verbissen zu werden, worauf ich ein bisschen stolz bin), bin ich recht schnell besser geworden. Wir haben auf Partys immer mal wieder miteinander getanzt (halt nur nebenbei, ich habe eine feste Tanzpartnerin) und was mich an Anfang verunsichert hat, hat zunehmend Spaß gemacht.

Das ganze lief so ein bisschen dahin und ich habe dem keine besondere Bedeutung beigemessen, zumal ich auch gerade eine Junge Frau recht vielversprechend gedatet habe, aber mein Onlinedate hat irgendwann festgestellt, dass wir wohl nicht weiterkommen und so haben wir das nach ein paar Wochen wieder freundschaftlich beendet.

In den Sommerferien war dann wenig Programm, nur ein leichtes Ferienprogramm zum Ende hin, wo sich meine feste Tanzpartnerin nur durch Abwesenheit bemerkbar gemacht hat. Meine Bekanntschaft hatte auch keinen Tanzpartner also haben wir viel zusammen getanzt. Wir sind dann auch zusammen auf den Partys geblieben und haben auch sehr viel mit anderen getanzt. Nach 2-3 Wochen hatte ich dann so das Gefühl, da könnte doch etwas mehr sein... Mein Gefühl war, dass sie gerne enger als nötig mit mir tanzt und auch sonst gerne mal etwas mehr Körperkontakt hat.

Das lief noch eine Weile so weiter und wurde eher intensiver. Wir sind dann zusammen nach den Tanzpartys noch länger sitzen geblieben und haben im Anschluss noch auf dem Parkplatz weiter geredet...

Soweit klingt das auch für mich sehr schön, aber... Sie ist verheiratet und Mutter...
Ich habe also beschlossen nichts zu sagen und nichts zu forcieren, dachte ich zumindest...
Tatsächlich habe ich sie dann aber doch zu einer Tanzparty woanders eingeladen, bzw. wir haben besprochen, dass wir auch mal woanders klassisch, also Walzer etc. tanzen gehen wollen und hatten dann auch einen gemeinsamen Termin gefunden.
Irgendwie habe ich mir dann 100 x hin- her überlegt, wie ich ihr sagen kann, dass sie für mich mehr ist... die Tanzparty war meiner Meinung nach die perfekte Gelegenheit...

Drei Tage vor der regulären Tanzstunde und vier Tage vor der Tanzparty kam sie dann zu mir nach Hause und sagte mir, dass sie nicht fit wäre und sie weder zur Tanzstunde noch zur Tanzparty kommen könnte, weil sie krank ist... und sie wollte mir das persönlich sagen, WhatsApp fände sie doof für sowas und dass es ihr leid tut.
Jetzt stand ich da und war irgendwie sehr enttäuscht, wollte das aber auch nicht zu sehr zeigen und vor allem wollte ich ihr keinen Stress machen, zumal auch offensichtlich war, dass sie krank ist.

Sie stand auch da und war irgendwie verlegen und ich habe gemerkt, da arbeitet was in ihr... Dann sagte sie zu mir, dass sie da diese gewisse Spannung zwischen uns bemerkt hat... und bevor sie weiter gesprochen hat, hat sie gefragt ob wir uns nicht setzen wollen und ich dachte mir nur, was kommt da jetzt...

Nach einer gefühlten Ewigkeit hat sie mir dann gesagt, dass sie das sehr schön findet, wie es zwischen uns ist, dass sie es sehr genießt mit mir zu tanzen und auch die langen Unterhaltungen sehr mag aber auch, dass sie, wie ich ja weiß, verheiratet ist, ein Kind hat und ihrem Kind zuliebe die Familie nicht verlassen wird.

Der nächste Teil hat mich dann überrascht. Mit Ihrem Mann hat sie wohl bereits Ende letzten Jahres verabredet, dass sie eine offene Ehe führen wollen. Nur bisher war sie noch nicht soweit, dass dann auch wirklich umzusetzen. Aber wenn ich mir das vorstellen könnte, wäre sie bereit es mit mir zu versuchen.

Ich bin lange getrennt, habe mir meine Tage mit Aktivitäten ziemlich voll geplant und diese Art von Beziehung bot mir die Möglichkeit meine Freizeit nicht einschränken zu müssen und doch wieder etwas weibliche Gesellschaft zu genießen, also habe ich ja gesagt.

Wir haben uns das dann wohl doch beide anders vorgestellt. Was wir uns locker und unkompliziert gedacht haben funktioniert in unserer Kombination nicht.

Mir ist etwas passiert, dass kannte ich nicht und hatte auch nicht erwartet, dass es das so für mich gibt, aber nach den ersten Treffen war mir klar, das ich viel mehr von dieser Frau will als hin- und wieder etwas Sex. Das fantastische daran ist, dass es ihr genauso geht und so stehlen wir uns seit gut zwei Wochen jede freie Minute um sie miteinander zu verbringen.

Wenn ihr bis hierhin gelesen habt, würde es mich freuen zu lesen was ihr dazu denkt.

Liebe Grüße

Fox
 
G
Benutzer Gast
  • #2
Mir ist etwas passiert, dass kannte ich nicht und hatte auch nicht erwartet, dass es das so für mich gibt, aber nach den ersten Treffen war mir klar, das ich viel mehr von dieser Frau will als hin- und wieder etwas Sex.
OK, Sex wäre möglich, aber Du willst mehr als das?
Tja dann....
Schau, sie sagt Dir offen was Sache ist, was geht und was nicht.

Wenn Dir das zuwenig ist - nimm Abstand.
Ansonsten, wenn es für Dich paßt: wünsche wilden Spaß.
 
Norddeutsch1705
Benutzer192555  (52) Öfter im Forum
  • #3
Sie will ihren Mann wegen des gemeinsamen Kindes nicht verlassen. Solange sie ihre Meinung nicht ändert, wirst Du Dich wohl mit der Rolle des Sexpartners zufrieden geben müssen. Wenn das für Dich in Ordnung ist: Go for it.

Ich wäre mir auf Dauer für diese Rolle zu schade und würde das Ganze beenden, so weh es auch tut.
 
G
Benutzer Gast
  • #4
Also die offene Ehe kann ja alles bedeuten, von 'Sie will nur mal fremde Haut spüren und ist sonst in der Ehe sehr glücklich' bis zu 'Sie ist eigentlich nur noch wegen dem Kind mit ihrem Mann zusammen und sucht ihre Zukunft schon so halb woanders'. Das wäre das erste, was ihr nochmal sauber absprechen solltet bzw. wo du jetzt halt klar sagen musst, dass dir nur Sex oder F+ mit ihr nicht reicht, wenn das für dich so ist. Sie kann ja dann immer noch basierend darauf entscheiden, wie sie sich in ihrer Ehe fühlt und was sie dann tut. Schlecht fände ich nur, wenn ihr beide basierend auf nicht klar kommunizierten Bedingungen so weitermacht, also du dir Hoffnungen machst oder sie quasi schon ihre Beziehung innerlich beendet hat und dann Mann und Kind vernachlässigt. Offene Beziehungen entbinden nicht von Kommunikation, im Gegenteil, sie fordern sie quasi zwischen ALLEN Partnern ein, also z.B. auch dass sie ihrem Mann klar kommuniziert, was das fur euch bzw. sie ist, wenn z.B. Fall 2 meiner o.g. Beispiele zuträfe.
 
L
Benutzer185950  Öfter im Forum
  • #5
Das ist keine leichte Situation und ich kann gut verstehen, dass du am Schwanken bist, ob dir das reichen würde, wenn sie weiterhin in dieser offenen Ehe bleibt. Es kann dir keiner etwas raten, weil keiner weiß, wie stark deine Gefühle sind.
Ich hätte nie für möglich gehalten, dass ich jemals so eine Beziehung eingehen kann, möchte, werde…und inzwischen bin ich 1,5 Jahre mit meiner Partnerin zusammen. Auch wenn ich nach außen hin die Zweite bin, bin ich es innerlich nicht, im Gegenteil. Natürlich sind Feiertage, Wochenenden, die wir nicht zusammen verbringen nicht leicht, aber sofern du das Gefühl hast, dass es sich lohnt, kann es klappen. Du musst halt aber teilen lernen…
 
S
Benutzer152906  (47) Beiträge füllen Bücher
  • #6
Wir haben uns das dann wohl doch beide anders vorgestellt. Was wir uns locker und unkompliziert gedacht haben funktioniert in unserer Kombination nicht.

Mir ist etwas passiert, dass kannte ich nicht und hatte auch nicht erwartet, dass es das so für mich gibt, aber nach den ersten Treffen war mir klar, das ich viel mehr von dieser Frau will als hin- und wieder etwas Sex. Das fantastische daran ist, dass es ihr genauso geht und so stehlen wir uns seit gut zwei Wochen jede freie Minute um sie miteinander zu verbringen.

Wo soll an der Stelle jetzt der Punkt "funktioniert nicht" sein?
 
fox79
Benutzer204515  (46) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #7
Wo soll an der Stelle jetzt der Punkt "funktioniert nicht" sein?

Es funktioniert nicht, weil wir dafür Distanz bräuchten.

Wir waren uns sofort sehr nah und diese Verbindung ist nur immer enger geworden.

Klar ist es noch recht früh da etwas verlässliches draus abzuleiten, mein Kopf weiß das.
 
fox79
Benutzer204515  (46) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #8
Das ist keine leichte Situation und ich kann gut verstehen, dass du am Schwanken bist, ob dir das reichen würde, wenn sie weiterhin in dieser offenen Ehe bleibt. Es kann dir keiner etwas raten, weil keiner weiß, wie stark deine Gefühle sind.
Ich hätte nie für möglich gehalten, dass ich jemals so eine Beziehung eingehen kann, möchte, werde…und inzwischen bin ich 1,5 Jahre mit meiner Partnerin zusammen. Auch wenn ich nach außen hin die Zweite bin, bin ich es innerlich nicht, im Gegenteil. Natürlich sind Feiertage, Wochenenden, die wir nicht zusammen verbringen nicht leicht, aber sofern du das Gefühl hast, dass es sich lohnt, kann es klappen. Du musst halt aber teilen lernen…
Das mit dem Teilen ist nicht so einfach. Sie wohnt mit ihrem Mann und ihrem Kind zusammen und verbringt dort natürlich mehr Zeit als mit mir.

Aber du beschreibst es sehr schön, eigentlich bin ich die Nummer 2 aber ich fühle mich tatsächlich auf meine Art als Nummer 1.

Meine Gefühle haben mich da völlig überrollt und da sie absolut erwidert werden, wird es auch immer echter.

Natürlich werde ich teilen, bei all den Gefühlen haben wir uns klar und offen darauf verständigt, dass die Kinder natürlich zuerst kommen, das wir unsere Freunde und Hobbys weiter pflegen aber wo wir dann Zeit finden, da gehört sie uns.
 
L
Benutzer185950  Öfter im Forum
  • #9
Das mit dem Teilen ist nicht so einfach. Sie wohnt mit ihrem Mann und ihrem Kind zusammen und verbringt dort natürlich mehr Zeit als mit mir.

Aber du beschreibst es sehr schön, eigentlich bin ich die Nummer 2 aber ich fühle mich tatsächlich auf meine Art als Nummer 1.

Meine Gefühle haben mich da völlig überrollt und da sie absolut erwidert werden, wird es auch immer echter.

Natürlich werde ich teilen, bei all den Gefühlen haben wir uns klar und offen darauf verständigt, dass die Kinder natürlich zuerst kommen, das wir unsere Freunde und Hobbys weiter pflegen aber wo wir dann Zeit finden, da gehört sie uns.
Das kenne ich nur zu gut, was du sagst. Teilen ist nicht einfach, aber wenn man begreift, dass man selbst sich nicht nur als Nummer zwei fühlt, sondern der oder die andere einen auch nicht nur als Nummer zwei sieht, kann es klappen. Man muss gedanklich und gefühlsmäßig darüber hinaus kommen, dass Teilen was Schlechtes ist. Solange du das Gefühl hast, dass ihre Gefühle dir gegenüber echt sind, sie mit offenen Karten spielt, auch ihrem Mann gegenüber, dann kann es egal sein, dass es da noch jemand gibt. Man darf sich von dem Gedanken lösen, dass es nur den oder die eine gibt, sofern man keinen emotionalen Nachteil davon hat. Und es ist won Lerneffekt, den oder die andere nicht als Konkurrenz zu sehen. Das hat aber auch ne Menge mit dem eigenen Selbstwert zu tun.
 
fox79
Benutzer204515  (46) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #10
Also die offene Ehe kann ja alles bedeuten, von 'Sie will nur mal fremde Haut spüren und ist sonst in der Ehe sehr glücklich' bis zu 'Sie ist eigentlich nur noch wegen dem Kind mit ihrem Mann zusammen und sucht ihre Zukunft schon so halb woanders'. Das wäre das erste, was ihr nochmal sauber absprechen solltet bzw. wo du jetzt halt klar sagen musst, dass dir nur Sex oder F+ mit ihr nicht reicht, wenn das für dich so ist. Sie kann ja dann immer noch basierend darauf entscheiden, wie sie sich in ihrer Ehe fühlt und was sie dann tut. Schlecht fände ich nur, wenn ihr beide basierend auf nicht klar kommunizierten Bedingungen so weitermacht, also du dir Hoffnungen machst oder sie quasi schon ihre Beziehung innerlich beendet hat und dann Mann und Kind vernachlässigt. Offene Beziehungen entbinden nicht von Kommunikation, im Gegenteil, sie fordern sie quasi zwischen ALLEN Partnern ein, also z.B. auch dass sie ihrem Mann klar kommuniziert, was das fur euch bzw. sie ist, wenn z.B. Fall 2 meiner o.g. Beispiele zuträfe.
Vieles ist gesagt aber Einiges ist noch unklar.

Ihr Mann ist mit der offenen Ehe grundsätzlich einverstanden und er weiß auch von mir im Speziellen.

Das Kind soll es (noch) nicht wissen, zumindest bis klar ist wie sie es ihm sagt. Mit meinen Kindern werde ich in den nächsten Tagen reden und ihnen erklären, dass es jemand neues in meinem Leben gibt, aber ein Kennenlernen ist noch nicht geplant.

Andere Dinge planen wir durchaus jetzt schon, gemeinsame Ausflüge und Kurzurlaube z.B..
Wir haben viele gemeinsame Interessen und planen auch da schon die ersten gemeinsamen Events.

Noch treffen wir uns "relativ" heimlich aber das Versteckspiel soll bald ein Ende haben.
 
fox79
Benutzer204515  (46) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #11
Das kenne ich nur zu gut, was du sagst. Teilen ist nicht einfach, aber wenn man begreift, dass man selbst sich nicht nur als Nummer zwei fühlt, sondern der oder die andere einen auch nicht nur als Nummer zwei sieht, kann es klappen. Man muss gedanklich und gefühlsmäßig darüber hinaus kommen, dass Teilen was Schlechtes ist. Solange du das Gefühl hast, dass ihre Gefühle dir gegenüber echt sind, sie mit offenen Karten spielt, auch ihrem Mann gegenüber, dann kann es egal sein, dass es da noch jemand gibt. Man darf sich von dem Gedanken lösen, dass es nur den oder die eine gibt, sofern man keinen emotionalen Nachteil davon hat. Und es ist won Lerneffekt, den oder die andere nicht als Konkurrenz zu sehen. Das hat aber auch ne Menge mit dem eigenen Selbstwert zu tun.
Ich weiß, dass es wichtig für sie ist, dass ihr Kind eine intakte Familie mit Mutter und Vater hat. Ich finde das gut und hatte auch vor dem endgültigen Scheitern meiner Ehe ähnliche Überlegungen angestellt. Auch wenn es für mich "unpraktisch" ist, wäre sie nicht der tolle Mensch, der sie ist, wenn sie die Dinge anders handhaben würde.

Sie gibt mir auch immer das Gefühl, dass ich ihr sehr wichtig bin und ich weiß einfach, dass es in Ordnung ist, wie es ist.
Ich bin auch nicht eifersüchtig wenn sie wieder bei ihrer Familie ist, allenfalls ein bisschen neidisch auf die Zeit 😅, aber ich werde lernen damit klar zu kommen.
 
L
Benutzer185950  Öfter im Forum
  • #12
Ja, wenn sie nicht so ein toller Mensch wäre, würdest du das nicht auf dich nehmen. Eben darum geht man ja solche Wege. Es ist gut, dass du nicht eifersüchtig bist und neidisch auf die Zeit zu sein, ist verständlich. Man kann die wenige oder begrenzte gemeinsame Zeit, die man miteinander hat, als Premiumzeit bezeichnen, weil es immer etwas besonderes ist.
Natürlich ist nicht alles so rosig und immer, wenn einen die Gefühle des Zweifelns einholen, wird es eine Zerreißprobe und man kann nicht immer vernünftig denken und fühlen, aber ich sage immer, wenn es sich gefühlsmäßig lohnt, sollte man dran bleiben. Hätte ich damals aufgegeben, wäre ich jetzt sicher nicht glücklicher.
 
S
Benutzer152906  (47) Beiträge füllen Bücher
  • #13
Es funktioniert nicht, weil wir dafür Distanz bräuchten.

Wer sagt das?

Natürlich werde ich teilen, bei all den Gefühlen haben wir uns klar und offen darauf verständigt, dass die Kinder natürlich zuerst kommen, das wir unsere Freunde und Hobbys weiter pflegen aber wo wir dann Zeit finden, da gehört sie uns.

Na dann funktioniert es doch.
 
J
Benutzer199726  Sehr bekannt hier
  • #14
Das hilft dir nicht weiter aber ich glaube ja, dass so eine Art der offenen Ehe der Anfang vom Ende der "Hauptbeziehung" ist.
Im Endeffekt ist es doch so, dass ihr eine Beziehung führt und sie und ihr Mann den Aufwand scheuen sich zu trennen, oder?
Ich finde das Konstrukt irgendwie schräg und vor allem auch für dich nicht ganz fair. Oder eben für den Mann, wenn er sie noch liebt.
Pass bitte gut auf dein Herz auf. Das meine ich ernst.
 
A
Benutzer180757  (50) Öfter im Forum
  • #15
Ihr Mann ist mit der offenen Ehe grundsätzlich einverstanden und er weiß auch von mir im Speziellen.
Das weißt Du bisher aber nur von ihr, richtig?

Ich nehme an Du kennst die Gründe für die Öffnung?
Ist die Ehe auch für ihn offen?
Oder ist sie vielleicht nicht nur offen, sondern „im Kern“ schon beendet?
 
Manche Beiträge sind ausgeblendet. Bitte logge Dich ein, um alle Beiträge in diesem Thema anzuzeigen.
G
Benutzer Gast
  • #37
Wir reden so über unsere Zukunft als wäre die Beziehung zu mir eine Konstante die neben ihrer Familie fest besteht und so fühlt es sich auch an. Derzeit macht sie sich mehr Gedanken darüber wie es mit ihrem Mann weitergeht, der wohl gerade ziemlich neben der Spur ist.
Das meinte ich. Bei unserer offenen Ehe waren wir auch immer wieder mal neben der Spur, weil es eben neu war, ungewohnt und wir vieles erst Mal als Paar und als jeweilige Einzelperson einordnen mussten. Uns war als 'primäres' Paar aber klar, dass wir erst das mit uns lösen müssen, bevor wir uns weiter auf die nächste Person einlassen können/dürfen, sonst sind wir nicht mehr das primäre Paar. Das war uns aber wichtig und Voraussetzung für das Konstrukt offene Ehe, weil wir damit ja eigentlich unsere Ehe erhalten wollten und nicht einen weichen Übergang von einer in die nächste Beziehung gestalten wollten. Das hätten wir als unfair dem direkten Ehepartner gegenüber empfunden und uns dann wirklich getrennt. Diese Priorisierung sehe ich bei deiner neuen Partnerin gegenüber ihrem Mann nicht (mehr) und deshalb frage ich da so direkt nach. Wenn auch sie eigentlich ihre Zukunft eher in einer Beziehung mit dir sieht und der Mann quasi noch als Geldgeber, Vater und Sicherheitspartner für Haus o.ä. fungiert, dann fände ich persönlich eine Trennung weitaus besser. Wissen müsst ihr das natürlich selbst, wie ihr damit umgeht, ich will nur meine Einschätzung von aussen geben. Nach deiner Beschreibung habe ich eher das Gefühl, der Mann ist mit der ursprünglichen Idee nun überfordert und sie ist emotional schon eher in einer neue Beziehung mit dir und bleibt halt wegen Kind oder o.g. Gründen noch in der Ehe. Ein Abschied auf Raten oder zeitverzögert tut aber glaube ich weder dem Kind und schon gar nicht dem Mann gegenüber gut und ist eigentlich nur Angst o.ä. vor dem wirklichen Trennungsschritt.
 
F
Benutzer193398  Öfter im Forum
  • #77
Bei meinen Eltern, war es seit meiner Geburt auch so ähnlich, dass sie keine wirkliche Paarbeziehung mehr führten. Eher eine Mischung aus WG und Freundschaft. Während sie noch verheiratet waren, versuchten bereits beide ziemlich unverblümt neue Partner zu finden. Später ließen sie sich zwar scheiden, leben jedoch bis heute zusammen. Beide sind zwar nie neue Partnerschaften eingegangen, es wäre jedoch nie ein Problem gewesen, wenn der andere jemand neues kennengelernt hätte.
 
J
Benutzer199726  Sehr bekannt hier
  • #95
Von außen sieht die Situation folgendermaßen aus.
Ein Paar, das sich sehr schwer tut mit Entscheidungen und jahrelang eine Beziehung aufrecht erhalten hat, die es so nicht mehr gab. Und zwar beide! Soll sich nun trennen, Entscheidungen treffen. Das fällt aber beiden schwer.
Ein neuer Partner steht daneben. Drängelt ein bisschen. Das es endlich los geht mit dem gemeinsamen Leben. Hat auch ein bisschen Angst seinen Platz zu verlieren. Dass doch alles ganz anders kommt. Ist angespannt.
Dazwischen stehen drei Kinder.
Meine Prognose: das zieht sich noch. Das wird nicht schnell gehen. Beide haben ewig Entscheidungen auf die lange Bank geschoben, ausgesessen. Die Kommunikation zwischen dem Ehepaar ist nicht gut. Das Aussitzen war das gewählte Modell von beiden. Das rächt sich jetzt. Weil im Prinzip nichts geklärt ist. Nur verdrängt.
 
DirtyOldMan
Benutzer210299  Sorgt für Gesprächsstoff
  • #208
Die Psyche eines Kindes ist - je nach Alter, Geschlecht und Lebensphase - teilweise unergründlich oder zumindest zeitweise kompliziert zu durchschauen.
Das Kind kommt mit 12 in die Pubertät, da ist sowieso oft Chaos im Kopf und die Synapsen ordnen sich neu.
Dass es sich in diesem Alter gerne zurück zieht kenne ich auch von meinem ebenfalls 12-jährigen Sohn.

Vielleicht hilft es, sich zu vergegenwärtigen, was deine Anwesenheit im vertrauten Elternhaus für das Kind bedeutet:
es wird dich vermutlich - trotz aller Sympathie in anderen Situationen - als Eindringling in seine bisherige Familienidylle betrachten, der sich zwischen seine Mutter und seinen Vater stellt und dich unbewusst vllt sogar für dessen Trennung verantwortlich machen, auch wenn es rational unbegründet ist.

Du darfst nicht vergessen, dass das Elternhaus auch ein sicherer Rückzugsort für das Kind ist, in dem es sich geborgen fühlt - und das es bislang (zumindest nachts) nur mit dem leiblichen Vater kennt.
Dass da plötzlich der neue Lover der Mama übernachtet kann dann schon irritierende Gefühle auslösen.

Dort zu übernachten halte ich daher für keine besonders gute Idee, auch wenn alle Beteiligten - insbesondere auch der Mann deiner Freundin - dem zugestimmt und das Kind offensichtlich nichts dagegen hat.
Du bist und bleibst in dem Elternhaus halt ein Stück weit ein Fremder, und wenn es sich bei dem Kind um ein Mädchen handelt, kommt ggf. noch das Geschlechter-Thema erschwerend hinzu.

Ich denke, das irrational anmutende Verhalten des Kindes rührt auch aus einer gewissen Hilflosigkeit, mit der Situation souverän umzugehen, aber ich finde das kann man in dem Alter auch noch nicht erwarten.

Ich würde daher empfehlen, dass ihr bei eurem gewohnten Status-Quo bleibt und du / ihr nur in deiner Wohnung übernachte(s)t.
Möglicherweise ist die Problematik in ein paar Jahren auch kein Thema mehr…

PS: hat sich jetzt zwischenzeitlich durchs lange tippen thematisch tw. mit den Vorredner:Innen überschnitten 😇
 
fox79
Benutzer204515  (46) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #213
So kann man sich wohl irren...

Viele Dinge laufen jetzt reibungsloser. Das Thema Freizeit für meine Freundin hat sich jetzt deutlich besser eingefahren und sie wirkt dadurch auch deutlich entspannter.

Das Kind ist ambivalent! Es will, dass die Mama daheim ist aber verschwindet dann im Zimmer und macht nichts mit ihr.
Zum Glück hat meine Freundin hier einen Modus gefunden diese Zeiten besser als Freizeit für sich zu nutzen!

Ich dachte also, jetzt ist soweit erstmal alles im grünen Bereich...

Etwas unglücklicher ist wohl die Entwicklung mit ihrem Mann. Der hat zwar in seinem Alltagsverhalten nichts geändert, also die beiden wohnen weiter zusammen, an Weihnachten haben sie mit ihrem Kind zusammen gefeiert, haben zusammen seine Verwandschaft besucht... an Sylvester haben die beiden exclusiv den Abend verbracht, gemeinsam gekocht, gegessen ... eine gute Zeit gehabt
und dann seine Aussage, dass er sie als seine ExFrau sieht. Das hat ihr ganzschön den Boden unter den Füßen weggezogen.

Sie hat mir gestern Abend ein bisschen davon erzählt (ich will das alles nicht zu genau wissen, geht mich ja eigentlich auch nichts an) und sie hat für sich beschlossen, dass sie ihn weiter als ihren Mann sieht.
Irgendwie total süß und irgendwie auch irritierend... aber so ist sie manchmal. Sie ist mit dem Thema noch nicht durch. Er ist nunmal der Mann mit dem sie eine Familie gegründet hat und sie muss ja auch nichts entscheiden, wohingegen er wohl diesen Schlussstrich brauchte um sich wieder frei zu fühlen. (Naja, Spekulation)

Wir haben ansonsten schon unsere Urlaube bis Herbst durchgeplant, incl. Familienurlaub mit unseren Kindern.
Unser Zusammensein würde ich als sehr harmonisch, kommunikativ und aktiv beschreiben.
 
fox79
Benutzer204515  (46) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #222
Und wenn so ein Beziehung einfach "ausläuft", gibt es ja auch keinen Groll, weil keine Verletzungen oder Enttäuschungen im Raum stehen.
Zumindest von seiner Seite her...bei ihr scheint es schon eine Enttäuschung zu geben.
Ja, da gibt es eine Enttäuschung! Die liegt einige Zeit in der Veragngenheit, nämlich an dem Punkt als er eben beschlossen hat, dass er mit dem Thema Sex durch ist und jetzt eben nochmal, dass er sich wohl weiter entfernt.

Mich wundert seine Aussage kein Bisschen... ich wäre längst weg an seiner Stelle... aber er und ich sind sehr verschieden.

Du sprichst oft im "Wir". Wer hat denn was genau entschieden und wieso bist du bei deinem ursprünglich Vorhaben nicht geblieben? Hast du dich so stark in sie verliebt, dass du sie "ganz" wolltest?
kurz zusammengefasst... Ja!

Und nein, ich finde nicht, dass du speziell bist - nur so ein gutmütiger und eben netter Typ, keine Ecken und Kanten, keine Erwartungen, immer Verständis aufbringend usw.

Und das meine ich mit "bequem". Du machst halt keine Umstände, passt dich ihrer Situation an
Wir haben schon beide unsere speziellen Anforderungen, sie hat ein Kind, ich habe Kinder, wir haben beide unsere Hobbys, Freunde etc.

Aber wir passen uns an, beide! Und so können wir tatsächlich einiges gemeinsam an Zeit realisieren.
Genau das sehe ich halt anders. Ihr Mann und sie haben die ursprüngliche Vereinbarung getroffen, dass sie einen Teil auslagert, den sie in der Ehe nicht mehr bekommt bzw. den sie beide nicht mehr miteinander leben.

Im Grunde ist es dabei geblieben, nur dass ihr es anders labelt.

Und auch das war ja keine (aktive) Entscheidung von ihr, sondern eine (passive) Reaktion auf Umstände (weil er keinen Sex mehr mit ihr will). Und das zieht sich scheinbar weiter, wie so ein roter Faden.

Trennung aussprechen, aber nicht vollziehen und damit die Konsequenzen dieser "Entscheidung" vermeiden wollen. Damit ist es eben keine
Es standen auch andere Konstellationen zur Sprache, Trennung mit Auszug etc.

Diese gelebte Konstellation mit Mann und Kind im gemeinsamen Haushalt ist von beiden so gewollt und bewusst so entschieden.

Das mit dem Label ist so eine Sache. Klar ist es eher untypisch neben dem Ehemann eine weitere Beziehung zu haben aber ein Einzelfall ist es auch längst nicht mehr.
Wir labeln es auch so, weil es keinerlei inoffiziellen Charakter an unserer Beziehung gibt, keine Heimlichkeiten, kein Verstecken. Unsere Freund wissen bescheid, die Familien wissen bescheid, sogar die Kollegen wissen bescheid.

Klar, er hat ja gerade auch keine Partnerin. Und so wie ich es verstanden habe, fand er sie schon länger nicht mehr sexuell anziehend - geblieben ist er trotzdem. Das macht zumindest den Eindruck, dass er das Drumherum schätzt, ungern alleine ist, vielleicht sein Kind vermissen würde - empfindet für sie als Frau aber scheinbar nichts mehr.
So ist er nicht. Er ist allein mit sich immer schon sehr zufrieden gewesen.

Der einzige Mensch der eben länger in seinem Leben geblieben ist, war/ist seine Frau.
Ich glaube auch nicht, dass er sie speziell nicht mehr sexuell attraktiv findet, er scheint das Thema Sex für sich im Ganzen beendet zu haben.

Aber irgendwas muss dran sein, dass es ihm wichtig war, dass die Beziehung zu seiner Frau jetzt wirklich beendet sein musste.
Zusammen wohnen und zusammen ein Kind haben reicht wohl für ihn nicht um sie weiter seine Frau zu nennen.
Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr stimme ich seiner Entscheidung zu. Diese Ehe ist beendet.

Wie geht es Dir denn mit ihrer Einstellung?
Ich hätte mir gewünscht, dass sie auf seinen Schlussstrich ebenfalls mit einem klaren Schlussstrich reagiert.

Ich bin da also etwas enttäuscht.

Naja ... vielleicht sieht sie das auch eher etwas rationaler (logischer). Wir sind noch verheiratet, also sage ich noch "mein Mann", auch wenn wir schon getrennt sind.
Das ist tatsächlich ihr erster Impuls gewesen... "du nennst mich ExFrau... lass dich erstmal scheiden!"

Aber da ist auch noch einiges an Zuneigung und Verbundenheit. Die beiden waren/sind eben auch gut befreundet.

Was sind denn eure gemeinsamen Ziele als Paar?
Wenn die Kinder groß genug sind, werden wir zusammenziehen.

Wir haben ja unser großes, gemeinsames Hobby, das Tanzen und wollen da dann eben auch gerne in Europa mehr unterwegs sein und Festivals besuchen.

Vielleicht gehen wir auch in einigen Jahren zusammen ins Ausland... wer weiß, das sehen wir dann.
 
fox79
Benutzer204515  (46) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #231
Mal wieder ein bisschen zur aktuellen Situation.

Das Kind sucht ganz klar nach Stabilität, Sicherheit und braucht Bestätigung, dass es der Mama immer noch wichtig ist.
Was anfangs teilweise chaotisch und trotzig vorgebracht wurde läuft jetzt in geordnetere Bahnen. So gibt es jetzt regelmäßige Mutter-Kind-Tage. Tage an denen eben der Freund der Mutter vollkommen abgemeldet ist.
Nach meiner Beobachtung tut das den beiden sehr gut und spontane "Störungen" sind deutlich weniger geworden.

Anfang des Jahres hat mir meine Freundin erzählt, dass sich das Verhältnis zu ihrem Mann auch wieder deutlich gebessert hat.
So haben die beiden insbesondere über Weihnachten und zwischen den Jahren viel Zeit mit Familie und sich gehabt, viel geredet und ihr Verhältnis deutlich aufpoliert. Es war sogar die Rede von möglichen gemeinsamen Urlauben, also nur die beiden.
Das mit den gemeinsamen Urlauben hat mich dann irritiert aber wenn die beiden das so wollen dann werde ich dazu meinen Mund halten.
Jetzt ist es gut, dass ich nichts gesagt habe. Gerade ist die Stimmung eher angespannt. Die beiden reden nur über Organisatorisches und über das gemeinsam Kind. Zudem gibt es öfter mal "Diskussionen" über Aufgaben im Haushalt, die eigentlich klar verabredet sind...
Ich hoffe die beiden bekommen das wieder in den Griff, es belastet meine Freundin deutlich.

Bei uns beiden ist es derzeit ziemlich harmonisch. Wir gehen unseren Hobbys nach, verbringen entspannte Stunden miteinander und unseren nächsten gemeinsamen Urlaub haben wir auch schon gebucht.
 
fox79
Benutzer204515  (46) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #244
Offene Ehe war ja mal das angestrebte von den beiden. Sie holt sich einfach den Sex woanders.
Ich war damals Single, mit Hobbys, Familie und Freunden gut ausgelastet und war für Sex ohne Stress echt zuhaben.
Der Gedanke, dass sie weiter mit ihrem Mann liiert wäre hat mich damals nicht gestört.

Wir haben halt dann sehr schnell gemerkt, dass wir sehr viel mehr voneinander wollen als eben nur Sex und so führen wir jetzt diese "Beziehung" die von außen betrachtet einfach sehr instabil wirken muss.

Es war auch von Anfang an klar, dass sie, bis auf Weiteres, mit Ihrem Mann und dem Kind weiter zusammen wohnen wird, genauso wie klar war, dass meine Kinder regelmäßig bei mir wohnen.

Wir verbringen einfach die Zeit miteinander die sich für uns ergibt. Meistens eben Zeiten in denen die Kinder "aufgeräumt" sind aber wir machen auch mal Spieleabende mit Kinder oder so.

Das Zusammenleben von meiner Freundin und ihrem Mann ist eher sowas wie Co-Parenting.
Es gibt auch eine grobe Planung wann er ausziehen wird aber das dauert noch ein paar Jahre und die meiste Zeit stört es mich auch nicht, dass die beiden zusammen wohnen. Es gibt getrennte Schlafzimmer und ganz offensichtlich kein Bestreben von ihm seine Ehefrau zurückzuerobern.

Als Außenstehender würde ich mich fragen ob der Kerl so doof ist oder nur so tut...
Die Frau schafft es nicht sich zu trennen und hält ihn warm und der Trottel macht da mit, hat sich sogar noch verliebt und lässt alles mit sich machen...

Ja, als Außenstehender wäre mein Eindruck nicht sehr optimistisch was diese "Beziehung" angeht.
 
J
Benutzer199726  Sehr bekannt hier
  • #258
Off-Topic:
hier ein kurzer Abriss aus meiner Kindheit damit man checkt wie ich das meine mit "dem Kind die Verantwortung zuschieben".
Mein Vater sagte oft von 3 bis 18: "ich hasse meinen Job. Gäbe es euch Kinder nicht würde ich dort aufhören. Ich muss aber weil wir das Geld brauchen."
Mutter und Vater: " Ich liebe dich über alles. Gäbe es euch Kinder nicht hätte ich mich längst umgebracht."
Vater und Mutter " du hast Neurodermitis. Das kommt vom Stress. Weil du die täglichen Kriege uns ausagierst. Aber wir bleiben zusammen. Damit ihr ein Zuhause habt."
Das sind nur wenige eindrückliche Beispiele aber sie zeigen wie sie sich das Kind (in dem Fall ich) fühlt: ich sollte nicht da sein, dann könnten meine Eltern zufrieden sein. Ich bin schuld, dass sie Stress haben. Ich bin nicht ok. Und irgendwann: ich sollte besser nicht da sein. Am besten wäre ich tot." (Das war mein Fall und der ist natürlich deutlich krasser wie Familie des TE. Aber der Druck ist enorm auf Kinder.
Wenn die Eltern zusammen sind "wegen dem Kind" schieben sie ihm die Verantwortung und verstecken sich hinter ihr. Das kann ein Jugendlicher nicht tragen, denn er/sie nicht aus der Situation befreien, ist ausgeliefert. Ihm wird aber eingeredet das wäre "das Beste". Man opfere sich auf, baue ein Nest.
Aber stimmt das wirklich so? Haben nicht eher die Großen Angst vor Veränderung und können nicht loslassen? Schieben das Kind vor sich als Schutzschild?
 
J
Benutzer199726  Sehr bekannt hier
  • #260
Off-Topic:
Verstehe ich Diania Diania . Meine Eltern waren 19 und 23. Und das Thema Verantwortung zog sich durch. Im Prinzip war ich die Mama von meiner Mutter. Und ich musste sie immer vor meinem aggressiven Vater beschützen. Alleine hätte sie es aber nicht geschafft, das hat sie auch gesagt. Mein Vater gab die Struktur und trug die Verantwortung. Und beide waren schwer depressiv ohne sich Hilfe zu holen.
Und das hat nix mit der Situation des TE zu tun! Gar nichts.
Aber das Thema Verantwortung eben schon. Wer sich trennt braucht Mut und übernimmt Verantwortung. Und beide Eltern drücken sich vor Entscheidungen. Und aus meiner Sicht ist es wichtig nicht ewig das Kind in dieser Schwebe zu lassen, damit auch das Kind sich lösen kann und nicht das Gefühl hat es muss seine Eltern "zusammenhalten". Gerade im Jugendalter wo man sich vom Elternhaus löst muss man Kinder frei lassen.
 
Manche Beiträge sind ausgeblendet. Bitte logge Dich ein, um alle Beiträge in diesem Thema anzuzeigen.
fox79
Benutzer204515  (46) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #262
Viele interessante Gedanken, vielen Dank!

Ich weiß, dass meine Freundin ihr Kind liebt und es an erste Stelle ihrer Prioritäten einsortiert.
Nach meinem Dafürhalten liebt auch ihr Mann das gemeinsame Kind und gibt ihm eine hohe Priorität. (Ob es für ih an erster Stelle steht weiß ich nicht, hoffe ich zwar aber weiß ich nicht)

Die meiste Zeit gehen die beiden positiv miteinander um, oft positiver als vor der "Öffung", daher kann es schon sein, dass sie dem Kind vorleben, dass Eltern gut zusammenleben können und beide liebevoll für ihr Kind da sein können, wenn noch ein anderer Partner mit ins Leben tritt. Ist vielleicht nicht so das gewohnte Modell aber warum sollte es nicht funktionieren?
Oft bleiben Eltern in viel unharmonischeren Beziehungen "zusammen" , der Kinder wegen...

Meine Kinder leben im Wechselmodell, was für meine Kinder sicher besser funktioniert als die "Eltern-WG", einfach dadurch, dass wir im Alltag nicht mehr sehr gut funktioniert haben, nach der Scheidung aber wieder ziemlich positiv und konstruktiv miteinander reden können.

Fakten schaffen, sich scheiden lassen... das wollen die beiden aktuell eben nicht und ich kann das durchaus nachvollziehen. So richtig friedlich habe ich noch keine Scheidung erlebt und wahrscheinlich ist es für das Kind schon besser, wenn das erst in ein paar Jahren passiert.

Und das die Eltern weiter nur wegen dem Kind zusammen bleiben... das ist zwar der Grund aber das Zusammenwohnen ist den beiden ja nicht unangenehm, es bedeute also nicht, dass sie sich für das Kind aufopfern oder so und ich glaube auch nicht, dass es von dem Kind so gefühlt wird.
 
S
Benutzer152906  (47) Beiträge füllen Bücher
  • #263
An sich ein nachvollziehbarer Vorschlag, aber einer den ich sicher nicht an user fox79 fox79 richten würde, sondern ggf. an die Eltern des Kindes. Sein Job ist das m. E. nicht und als Mutter oder Vater würde ich mir das auch verbitten.

Also wenn ich mir meine Aussage ansehe, dann steht da sehr deutlich "ich würde ..."! Also keine Ahnung, wie Du auf die Idee kommst, ich würde einen Vorschlag an den TE richten. Und an die Eltern des Kindes könnte ich gar nichts richten, weil die hier nicht schreiben.

Die meiste Zeit gehen die beiden positiv miteinander um, oft positiver als vor der "Öffung", daher kann es schon sein, dass sie dem Kind vorleben, dass Eltern gut zusammenleben können und beide liebevoll für ihr Kind da sein können, wenn noch ein anderer Partner mit ins Leben tritt. Ist vielleicht nicht so das gewohnte Modell aber warum sollte es nicht funktionieren?

Geht es wirklich um "funktionieren"? Natürlich funktioniert es ... aber die sich stellende Frage ist eben auch "wäre es für das Kind nicht besser, wenn die Eltern sich trennen würden?". Das lässt sich vermutlich nicht "einfach mal so klären" ... wobei ich aber aufgrund der ggf. im Raum stehenden "Erpressung" (Vater würde wegziehen) so ein bißchen den Eindruck habe, dass die gesamte Konstellation ein wenig ... überidealisiert wird.
 
Theoderich
Benutzer107327  (40) Planet-Liebe Berühmtheit
  • #264
Off-Topic:

ich...keine Ahnung
Im von dir kritisierten Post steht übrigens auch sehr eindeutig "ICH würde...". Es schreibt und liest halt hier der TS. Aber ist ja prima, wenn du auch verstehst, dass das nicht seine Aufgabe ist.
 
DirtyOldMan
Benutzer210299  Sorgt für Gesprächsstoff
  • #265
Anfangs fand ich eure 'Lovestory' sehr schön, von der Anbahnung und wie sie sich weiter entwickelt hat bis zum Umgang aller Beteiligten miteinander, insbesondere auch mit den Kindern.

Inzwischen halte ich eure Gesamtsituation dauerhaft für etwas schräg, weil ja offensichtlich und verständlich ist, dass die Konstellation mit allen Beteiligten latent was macht und Emotionen auslöst, die auf lange Sicht nicht unbedingt gut sind.

Du bist mit der Situation d’acor, weil du bekommst was du dir erwünscht hast - eher noch ein bisschen mehr - und du sowohl mit deiner ehemaligen Beziehung / Ehe abgeschlossen, als auch den Umgang mit deinen Kindern geklärt hast.
Für dich und deine Kinder ergo relativ klare Verhältnisse.

Deine neue Partnerin / Freundin steht augenscheinlich mit ihren Gefühlen ‚zwischen den Stühlen‘ - sie hat sich in dich verliebt, fühlt sich emotional aber auch noch an ihren Mann gebunden und kann bzw. will ihn nicht so ganz loslassen.
Ich glaube übrigens, das Kind ist hierbei ein kleines bisschen auch ein vorgeschobener Grund sich nicht konsequenterweise von ihrem Mann zu trennen.
Da schwingen sicherlich noch andere, durchaus nachvollziehbare Motive mit, wie die gewohnte Bequemlichkeit des gemeinsamen ‚Nests‘ mit allen organischen Abläufen des Alltags und natürlich auch die Sorgen und Verlustängste in Verbindung mit den Begleiterscheinungen einer Trennung / Scheidung.

Für den Mann muss die Situation auch ziemlich strange sein, dass seine Frau, die er all die Jahre geliebt und mit der er ein Kind großgezogen hat jetzt plötzlich in den Armen eines Anderen kuschelt, einschläft, aufwacht, Intimität sowie seelische und körperliche Nähe erlebt und Gefühle für ihn entwickelt hat.
Auch, wenn er sehr souverän damit umgeht kann ich mir nicht vorstellen, dass ihn das so ganz kalt lässt.
Er lässt es sich vielleicht auch nur nicht anmerken.

Tja und das Kind - seht ihr ja selbst:
sicherlich ist sein Verhalten nicht immer rational gerechtfertigt und/oder begründbar, aber das kann man in dieser Situation auch finde ich nicht unbedingt erwarten.
Geboren und aufgewachsen in einem wohl behüteten Elternhaus mit Harmonie und Geborgenheit - und plötzlich kommt Mami mit einem anderen Kerl um die Ecke, mit dem sie sich nahe kommt (anstatt mit Papi, so wie gewohnt und wie es gefühlt sein sollte) und der sogar Anstalten macht, im trauten Heim zu nächtigen während Papi verduftet.
Das kann eigentlich nicht gut gehen, nicht in dem Alter, wo noch die Pubertät erschwerend hinzu kommt.
Kleinkinder bekommen das evtl besser geregelt (oder noch nicht so mit) und mit sagen wir mal 16-18 wenn die ‚Abnabelung‘ von den Eltern voranschreitet mag‘s auch wieder gehen, zumindest kapieren die Kids dann mehr die Beweggründe (war bei mir und meinen Eltern übrigens auch so).
Das Kind sieht einfach seine ganze ihm bekannte, heile Welt einstürzen, das löst Ängste aus und führt zu irrationalen Handlungen - um das zu erkennen bzw. prognostizieren muss man kein Psychologe sein.

Und ich meine, deine Freundin und ihr Mann hatten, wenn ich es richtig mitbekommen habe, ursprünglich ja eigentlich nicht vor sich zu trennen, sondern aufgrund von mangelnder Intimität lediglich ihre Ehe zu öffnen?
Das hat sich dann aber zwischenzeitlich in eine ganz andere Richtung entwickelt, die so vermutlich nicht vorgesehen war.
Will sagen, ihr Mann hat ihr generös zugestanden, ihre körperlichen Bedürfnisse anderweitig zu stillen, aber das sie sich dabei verknallt und abtrünnig wird stand vermutlich nicht auf dem Zettel.
Aber da sehe ich generell die Gefahr bei solchen gelebten Modellen, weil (für mich zumindest) Intimität immer mit gewissen Gefühlen füreinander einhergeht.
Anyway…

Von daher wäre es denke ich an der Zeit, die Gesamtsituation mal unter Einbeziehung Aller neu zu bewerten, mögliche Optionen auszuloten und dann auch konsequent danach zu handeln.
Ich weiß, das ist leichter gesagt als getan, aber ich sehe bei euch das große Glück, dass ihr alle relativ ehrlich, vertrauens- u. respektvoll und freundschaftlich zugewandt miteinander umgehen könnt, was ja nicht immer selbstverständlich ist.

Wie auch immer, ich wünsche euch viel Glück und allzeit die richtigen Entscheidungen..!
 
Zuletzt bearbeitet:
fox79
Benutzer204515  (46) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #266
Ja, wahrscheinlich wird die Beziehung zwischen meiner Freundin und ihrem Mann ein bisschen idealisiert.
Die "Erpressung" die da im Hintergrund steht (ich glaube, sie ist nicht als solche gemeint, sondern beruht einfach darauf, dass er, wenn er geht, richtig gehen muss um nicht emotional Schaden zu nehmen), schränkt weitere Optionen natürlich ein.
Womöglich ist seine Aussage auch dem starken Wunsch geschuldet nicht aus dem Leben des Kindes heraustreten zu müssen.
(Es hätte ohnehin keiner von ihm verlangt, meine Freundin ist froh, dass er weiterhin für das gemeinsame Kind da und im Haus ist)

Wie auch immer, ich wünsche euch viel Glück und allzeit die richtigen Entscheidungen..!
Vielen Dank dafür!

Inzwischen halte ich eure Gesamtsituation dauerhaft für etwas schräg, weil ja offensichtlich und verständlich ist, dass die Konstellation mit allen Beteiligten latent was macht und Emotionen auslöst, die auf lange Sicht nicht unbedingt gut sind.
Gut oder schlecht, weiß ich nicht. Es löst Emotionen aus, immer wieder, soviel steht fest.
Für den Mann muss die Situation auch ziemlich strange sein, dass seine Frau, die er all die Jahre geliebt und mit der er ein Kind großgezogen hat jetzt plötzlich in den Armen eines Anderen kuschelt, einschläft, aufwacht, Intimität sowie seelische und körperliche Nähe erlebt und Gefühle für ihn entwickelt hat.
Auch, wenn er sehr souverän damit umgeht kann ich mir nicht vorstellen, dass ihn das so ganz kalt lässt.
Er lässt es sich vielleicht auch nur nicht anmerken.
Ich persönlich kann es mir auch nicht vorstellen, dass ihn die Situation so kalt lässt, wie er es kommuniziert.
Eingebrockt hat er sich das selbst! Wahrscheinlich hat er das so nicht beabsichtigt aber welches Recht hat er sich zu beklagen? Er hat jahrelang die Versuche seiner Frau wider Intimität und Nähe zu erzeugen, zurückgewiesen. Wahrscheinlich weiß er das und geht deshalb so "cool" damit um.

Ich habe diesbezüglich das Thema angesprochen ob er irgendwie unterschwellig gereizter ist im Alltag, also seinen "Frust" als Alltagsfrust rauslässt aber nein, tut er nicht.

Das Kind sieht einfach seine ganze ihm bekannte, heile Welt einstürzen, das löst Ängste aus und führt zu irrationalen Handlungen - um das zu erkennen bzw. prognostizieren muss man kein Psychologe sein.
Klingt ziemlich dramatisch.

Mama ist da, Papa ist da. Keiner der beiden macht Anstalten wegzugehen. Ich würde denken, dass die meisten Trennungskinder viel weniger Sicherheit haben, als dieses.
Deine neue Partnerin / Freundin steht augenscheinlich mit ihren Gefühlen ‚zwischen den Stühlen‘ - sie hat sich in dich verliebt, fühlt sich emotional aber auch noch an ihren Mann gebunden und kann bzw. will ihn nicht so ganz loslassen.
Ich glaube übrigens, das Kind ist hierbei ein kleines bisschen auch ein vorgeschobener Grund sich nicht konsequenterweise von ihrem Mann zu trennen.
Da schwingen sicherlich noch andere, durchaus nachvollziehbare Motive mit, wie die gewohnte Bequemlichkeit des gemeinsamen ‚Nests‘ mit allen organischen Abläufen des Alltags und natürlich auch die Sorgen und Verlustängste in Verbindung mit den Begleiterscheinungen einer Trennung / Scheidung.
Das zwischen den Stühlen sehe ich nicht. Das sind einfach zwei verschiedene Beziehungen die sie führt.
Klar muss sie abwägen wie sie ihre Zeit aufteilt aber das sehe ich nicht als zwischen den Stühlen.
Es spricht derzeit wenig dafür die Trennung weiter voranzubringen.
Die Beziehungsebenen sind geklärt. Was als nächstes Anstünde wäre räumliche Trennung und ggf. Scheidung. Ist derzeit beides nicht angestrebt.

Das Organisatorische macht nach meinem Erkenntnisstand keinem von beiden Sorgen, die organisieren sich ohnehin jeder für sich selbst. Deswegen würde keiner eine Trennung auch nur 5 Minuten überdenken.
Du bist mit der Situation d’acor, weil du bekommst was du dir erwünscht hast - eher noch ein bisschen mehr - und du sowohl mit deiner ehemaligen Beziehung / Ehe abgeschlossen, als auch den Umgang mit deinen Kindern geklärt hast.
Für dich und deine Kinder ergo relativ klare Verhältnisse.
Ja, vielleicht bin ich daher auch recht entspannt mit der Situation.
 
DirtyOldMan
Benutzer210299  Sorgt für Gesprächsstoff
  • #267


Ich persönlich kann es mir auch nicht vorstellen, dass ihn die Situation so kalt lässt, wie er es kommuniziert.
Eingebrockt hat er sich das selbst! Wahrscheinlich hat er das so nicht beabsichtigt aber welches Recht hat er sich zu beklagen? Er hat jahrelang die Versuche seiner Frau wider Intimität und Nähe zu erzeugen, zurückgewiesen…

Ich vermute mal, er wollte versuchen durch das Angebot der Öffnung die Ehe zu kitten bzw. retten.
Gefährliches Spiel, wie ich oben schon schrieb, das wie man weiß böse nach hinten losgehen kann - und in eurem Fall auch gegangen ist, zumindest für ihn.

Und sein Ansinnen, im Falle einer Trennung bzw. Scheidung weiter weg bzw. in seine alte Heimat ziehen zu wollen, als ‚Erpressungsversuch‘ zu werten halte ich für ungerechtfertigt bis unfair.
Zum einen ist es ja wie du schilderst, dass er für einen ‚sauberen Abschluss‘ eine gewisse räumliche Distanz brauchen wird, zum anderen ist es ihm doch unbenommen, dorthin zu ziehen, wo er sich wohl fühlt - anstatt sich zur reinen Aufrechterhaltung der Orga mit dem Kind in der Nähe eine Butze zu suchen, in der er sich nicht wohl fühlt.
Er hat ja auch nur ein Leben.
Und er tut mir fast ein bisschen leid, weil er irgendwie der Loser in dem Spiel ist - auch wenn er es sich selber eingebrockt hat.

Könnte es eigentlich - möglicherweise - auch sein, dass deine Freundin sich ein bisschen scheut, ihre Komfortzone zu verlassen - Haus, Gewohnheiten, finanzielle Sicherheit, etc?
Ich meine, sie hat ja alles was das Herz begehrt: Liebe + Intimität + einen extrem gutmütigen Mann, der sich daheim um (fast) alles kümmert und ihr einen großen Teil der Care-Arbeit und Mental-Load abnimmt, wie das heute so schön heißt.
Alles in allem sehe ich für sie da auch wenige rationale Beweggründe und damit die Motivation, an der Situation grundsätzlich etwas zu ändern, solange es halbwegs geschmeidig läuft und alle die Füße still halten…
 
Zuletzt bearbeitet:
N
Benutzer197010  (46) Öfter im Forum
  • #268
Das mit der Erpressung sehe ich ein bisschen anders. Man muss doch in so einer Situation bereit sein, die Dinge auszuhandeln. Das wäre verantwortungsvoll dem Kind gegenüber. Nicht in einer Beziehung zu verbleiben, die ihr Verfallsdatum überschritten hat. Es geht darum, für Kinder da zu sein, unabhängig davon, was man sonst macht. Und das tut der Kindesvater nicht, wenn er einfach seinen Wohnsitz verlegt, falls es - was doch nur konsequent wäre - zur Scheidung kommt.

Ich hätte z.B. gute Chancen auf einen besser bezahlten Job, wenn ich meinen Bewerbungsradius ausweite. Hatte auch einen besseren, den ich wegen meines Sohnes (bzw. der Mutter, die nicht an meinem Arbeitsort leben wollte) gekündigt habe. Damals schon seine Mutter und jetzt auch er haben klare Vorstellungen, wo sie die nächsten Jahre verbringen wollen. Da würde ich nicht reingrätschen.
Sie hat bei der Trennung darauf bestanden, in der bis dahin gemeinsamen Wohnung zu bleiben, da gab es auch null Verhandlungsbereitschaft. Daraus resultierten einige Komplikationen, für mich und meinen Sohn. So möchte ich nicht handeln und finde es auch bei anderen nicht gerade am Wohl des Kindes orientiert.
Meine Ex-Partnerin hätte ein Arrangement wie das hier beschriebene auch ganz gut gefunden. Ich musste mich da deutlich abgrenzen und war und bin nicht immer glücklich damit. Aber es gibt klare Verhältnisse und Klarheit meinem Sohn gegenüber. Das wird sich gut auswirken. Und wenn wider Erwarten nicht: Besser bewusst Fehler machen als halbgar irgendwo festhängen.

Was den neuen Partner, also fox79 fox79 , betrifft, habe ich mich ja schon geäußert. Ich würde mit meinen Bedürfnissen in den Konflikt gehen und den austragen. Dass das alles nicht angenehm und einfach ist, kann ich mir vorstellen.
Gibt es eigentlich irgendeinen plausiblen Grund gegen die Scheidung?
 
Zuletzt bearbeitet:
fox79
Benutzer204515  (46) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #269
Ich verstehe ihrem Mann irgendwie schon. Mich hat damals der Gedanke die Wohnung und meine Kinder zu verlassen extrem belastet.
Wenn es ihn ähnlich belastet und er sich selbst schützen "muss", dann ist so ein "wenn ich ausziehe, dann bin ich weg" verständlich.
Es ist egoistisch aber verständlich.

Das meine Freundin ihrem Kind gerne den Vater im Haus erhalten möchte verstehe ich auch und wenn er sogar bereit ist weiter mit ihr unter einem Dach zu leben und mit ihr gemeinsam zu leben und sich um das Kind zu kümmern, obwohl sie eben einen neuen Partner hat, das könnte man auch als Leistung von ihm würdigen.

Er ist da, er kümmert sich weiter mit um alles im Haushalt, kümmert sich um das Kind und pflegt einen positiven Umgang mit seiner (Ex)Frau. Von solch konstruktiven "Trennungen" können viele Trennungskinder wahrscheinlich nur träumen.

Der Grund, der gegen die Scheidung spricht, ist das Kind. Wenn sich die Eltern scheiden lassen, dann dürfte das einiges an Unsicherheit auslösen, so zumindest meine Vermutung.
 
N
Benutzer197010  (46) Öfter im Forum
  • #270
Ich verstehe ihrem Mann irgendwie schon. Mich hat damals der Gedanke die Wohnung und meine Kinder zu verlassen extrem belastet.
Wenn es ihn ähnlich belastet und er sich selbst schützen "muss", dann ist so ein "wenn ich ausziehe, dann bin ich weg" verständlich.
Es ist egoistisch aber verständlich.
Nachfühlen kann ich das auch. Mich hat das mit der Wohnung ja auch belastet, wie ich beschrieben habe.
Aber das bedeutet doch nicht, sich nicht mehr um die Kinder zu kümmern und wenn möglich in deren Nähe zu bleiben.
Das meine Freundin ihrem Kind gerne den Vater im Haus erhalten möchte verstehe ich auch und wenn er sogar bereit ist weiter mit ihr unter einem Dach zu leben und mit ihr gemeinsam zu leben und sich um das Kind zu kümmern, obwohl sie eben einen neuen Partner hat, das könnte man auch als Leistung von ihm würdigen.
Es wäre aber doch keine geringere Leistung und viell. entspannter für alle nicht mit ihr im Haus zu leben und sich um das Kind und seinen eigenen Haushalt mit diesem zu kümmern?
Wobei ich nicht mehr im Kopf habe, wie genau Du dazu stehst, wie war das nochmal?
(für meinen besten Freund und seine neue Partnerin - Patchworkfamilie mit 2x2 Kindern - wäre das ein Trennungsgrund, mir wäre es hingegen glaub ich eher egal. Wobei es mich ehrlich gesagt neulich mal genervt hat, dass eine Frau nicht bei ihr, sondern nur bei mir mit mir vögeln wollte, weil das Kind - das dort mit ihr und ihrem Ex lebt, nicht in der derselben Wohnung, aber nebenan - reinkommen könnte, aber das war glaub ich eher wegen der unzureichenden Abgrenzung gegenüber dem Kind.)
Der Grund, der gegen die Scheidung spricht, ist das Kind. Wenn sich die Eltern scheiden lassen, dann dürfte das einiges an Unsicherheit auslösen, so zumindest meine Vermutung.
Versteh ich nicht. Bei wem? Du bist doch ihr neuer Partner. Und das Kind ist ja nicht wegen der Ehe das Kind seiner Eltern.
 
fox79
Benutzer204515  (46) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #271
Das beide Eltern im Haus leben ist schon in vielen Bereichen sehr entspannt. Das Kind muss nie schauen wer jetzt wo ist, es ist praktisch kein zusätzlicher organisatorischer Aufwand und es bleibt das Familienzuhause mit Mama und Papa.
Solange die beiden zugewandt miteinander umgehen können würde ich denken, dass es kaum eine bessere Lösung für das Kind gibt.
Und ein Beispiel bei dem eine "Trennung" positiv und konstruktiv funktioniert finde ich auch nicht verkehrt.

Wenn es nur um mich ginge wäre ich da ja egoistisch und würde sie für mich haben wollen aber das empfinde ich mehr und mehr als Luxusproblem, wenn überhaupt. Es hat auch absolut seine Vorteile seine eigene Wohnung zu haben.

Und es hat auch Vorteile wenn mehr als eine Zimmertür zwischen uns und dem Kind ist wenn wir für uns sein wollen.
 
S
Benutzer152906  (47) Beiträge füllen Bücher
  • #272
Der Grund, der gegen die Scheidung spricht, ist das Kind.

Ein Kind sollte mEn NIEMALS ein Grund sein, sich nicht scheiden zu lassen. Ob in so einer Situation wie Eurer, oder jeder anderen.

Wenn sich die Eltern scheiden lassen, dann dürfte das einiges an Unsicherheit auslösen, so zumindest meine Vermutung.

Wieso sollte es das? Von einer Scheidung müsste das Kind ja eigentlich noch nicht einmal etwas mitbekommen (sofern man das so machen wollen würde). Und die derzeitige Situation müsste man ja auch kein Stück ändern bzw. würde Verunsicherung (wenn überhaupt) nur dann aufkommen, WENN sich etwas ändert.
 
N
Benutzer197010  (46) Öfter im Forum
  • #273
Das beide Eltern im Haus leben ist schon in vielen Bereichen sehr entspannt. Das Kind muss nie schauen wer jetzt wo ist, es ist praktisch kein zusätzlicher organisatorischer Aufwand und es bleibt das Familienzuhause mit Mama und Papa.
Solange die beiden zugewandt miteinander umgehen können würde ich denken, dass es kaum eine bessere Lösung für das Kind gibt.
Und ein Beispiel bei dem eine "Trennung" positiv und konstruktiv funktioniert finde ich auch nicht verkehrt.
Ja sicher. Aber dass die konstruktiv ist, hängt m.E. nicht am Familienzuhause.
Mein Sohn hätte sich das auch gewünscht. Ich vermute aber stark, er hätte dann angenommen, wir seien noch zusammen.
Wenn es nur um mich ginge wäre ich da ja egoistisch und würde sie für mich haben wollen aber das empfinde ich mehr und mehr als Luxusproblem, wenn überhaupt. Es hat auch absolut seine Vorteile seine eigene Wohnung zu haben.
Meinst Du die Wohnung mit "sie"? Oder die Frau?
Das mit der Wohnung sehe ich selbst auch so. Könnte aber ja für ihren Ex ebenfalls gelten.
Und es hat auch Vorteile wenn mehr als eine Zimmertür zwischen uns und dem Kind ist wenn wir für uns sein wollen.
Auf jeden Fall. Aber das wäre ohne dass der Vater des Kindes dort wohnt auch so, wenn das Kind gerade bei ihm ist, oder?
 
fox79
Benutzer204515  (46) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #274
S Souvereign , die beiden würden sich niemals heimlich scheiden lassen, also ohne Wissen des Kindes.
Würde ich an deren Stelle auch nicht. Sowas kommt raus und das gäbe später bestimmt Streit.

N Nik Traverse , Ich hätte schon manchmal gerne die Frau so ganz für mich allein und würde mit ihr zusammenleben wollen. Aber ob mit oder ohne ihren Mann wird ein Zusammenziehen wegen der Kinder in den nächsten Jahren wohl nicht stattfinden.

Ich vermute aber stark, er hätte dann angenommen, wir seien noch zusammen.
Ich glaube mal, dass das Kind davon ausgeht, dass die Eltern schon "irgendwie" noch zusammen sind, sind sie ja auch aber eben ... anders.
 
DirtyOldMan
Benutzer210299  Sorgt für Gesprächsstoff
  • #275
Ich kann es gut nachvollziehen, dass es für deine Freundin und ihren Mann aus vielerlei Gründen vorteilhaft ist, weiterhin gemeinsam in der gewohnten Umgebung des Hauses zu wohnen und - bis auf den Beziehungsstatus - alles beim Alten zu belassen.

Und da du fox79 fox79 hinsichtlich deiner Ansprüche an sie und eure Beziehung sehr genügsam zu sein scheinst und das Konstrukt in dieser Konstellation ja einigermaßen gut zu funktionieren scheint, könnte es natürlich einfach erst einmal so weiter laufen.

Aber nachdem, was du schreibst (und was ich zwischen den Zeilen so lese) habe ich leise Zweifel, dass es für alle Beteiligten dauerhaft eine gute und zufriedenstellende Situation ist.

Ich würde im Falle einer räumlichen Trennung der beiden übrigens auch nicht gleich von einer Scheidung mit all ihren Nebenkriegsschauplätzen ausgehen, dafür gibt’s ja erstmal keinen zwingenden Grund - im Gegenteil:
man müsste sodann alle gemeinsamen Verflechtungen entflechten, Finanzierung und Versicherungen das Haus betreffend, Gütertrennung, Familienversicherung bei der Krankenkasse geht nicht mehr, etc.
Abgesehen von der Einigung über das Sorgerecht und das Modell beim Umgang mit dem Kind.
Das kann, wie wir alle wissen, sehr langwierig, nervenaufreibend und hässlich werden.

Der Ehestatus hat ja durchaus auch diverse Vorteile und solange keine erneute Heirat einer der beiden ein Thema ist würde ich erstmal keinen Grund für eine Scheidung sehen.

Und das Kind ist mit 13 (?) schon ein Teenager, mit dem man vernünftig reden können und der verstehen sollte, wie sich die Gesamtsituation darstellt.
Die Pubertät kommt zwar erschwerend hinzu, dafür wird zukünftig vermutlich auch ein gewisser Abnabelungsprozess stattfinden und das Kind wird sich immer stärker auch autark von den Eltern entwickeln, was die Geschichte perspektivisch zunehmend einfacher machen könnte…
 
fox79
Benutzer204515  (46) Verbringt hier viel Zeit
  • Themenstarter
  • #276
Keine Ahnung ob man sagen kann, dass ich "genügsam" bin.

Ich würde mal sagen, dass ich verstanden habe, dass wir beide unsere eigenen Leben haben und nicht alles andere stehen und liegen lassen um nur noch Zeit füreinander zu haben. Wir sind beide erwachsen und wissen um unsere Verantwortung.
Zudem sind wir keine Teenager mehr und 24/7 ist jetzt aus unser beider Perspektiven auch nichts erstrebenswertes.

Beim Entflechten versuche ich mich tunlichst rauszuhalten, mal mit gutem, mal mit mäßigem Erfolg... 😅
Aber ich bin zuversichtlich, dass die das vernünftig hinbekommen.

Ob das so dauerhaft eine zufriedenstellende Lösung will ich nicht beurteilen. Momentan ist es für alle recht positiv, wie das in ein paar Jahren aussieht... wer weiß.
 
Es gibt 236 weitere Beiträge im Thema "Eine unerwartete Entwicklung", die aktuell nicht angezeigt werden. Bitte logge Dich ein, um diese ebenfalls anzuzeigen.
Oben
Heartbeat
Neue Beiträge
Anmelden
Registrieren