Falsches Handeln

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S
Benutzer190530  (22) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #1
Hallo allerseits,

kurz ein paar Facts: Ich bin seit fast einem Jahr (wir hatten zwischendurch eine kurze Trennungsphase) mit meinem Freund zusammen. Er ist 40, ich bin 19. Der Altersunterschied hatte mich bislang wenig gestört. Doch als er wieder mit dem Rauchen angefangen hat (dass er eigentlich 1 Jahr vor unserer Beziehung aufgehört hatte), wurde mir der Altersunterschied bewusst und ich bekam Verlustängste, dass er durch das Rauchen (und auch ab und zu Alkohol) früher stirbt.

Vor 1 1/2 Monaten hat er dann wieder aufgehört, aber trotzdem plagen mich fast jeden Tag Ängste, dass er wieder anfängt, weil er allgemein eine nicht sehr gefestigte Person ist, die leicht verführbar zu sowas ist. Diese Ängste und allgemein wie emotional ich auf sein Rauchen reagierte belasten/belastete mich sehr.

Das Problem ist, dass ich für mich festgelegt habe, nie mit einem Raucher zusammenzusein. Er aber meine Grenze, nie so annehmen wollte und verstehen wollte. Ich habe auch sehr gemerkt, wieso ich mit ihm als Raucher nicht zusammensein kann: Er stinkt, er ist viel müder, er hat gefühlt weniger Zeit, uneerreichbarer, wir unternehmen weniger, können kein Sport mehr machen wie sonst und ich habe ihn immer nur auf Entzug gesehen (also er hatte jedes Wochenende versucht aufzuhören, aber auch fast jede Woche wieder erneut angefangen).

Ich war dann auch nicht so rational, um meine Grenze zu vertreten und war sehr naiv. Ich hatte gedacht: Ich habe ihn als Nichtraucher kennengelernt, er hat mir schon oft gesagt, wie abgeneigt er ist zu rauchen, dass er sich ändern will für sich selbst (nicht nur für mich), er hat Versprechungen gemacht....
Also dann wird er auch ganz sicher ganz bald aufhören.
Aber: Aus 2/10/20 Zigaretten an einem Tag in der Woche wurden 20 Zigaretten jeden Tag in der Woche. Und ich kannte meine Einstellung...und es belastete mich...und so machte ich sehr viel Druck auf ihn, was auch kontraproduktiv war. Er rechtfertigte das Rauchen ("Ich nehme ja kein Heroin" "Wenn ich Stress habe, dann brauche ich das, sonst zerfrisst mich der Stress") und stellte mich allein als die Schuldige, die übertreibt, dar, was mich noch wütender machen. Und so war das wie ein Teufelskreis.

Stattdessen hätte ich einfach akzeptieren sollen, dass er anscheinend ein Raucher ist und dann einen Schlußstrich ziehen sollen, anstatt an meinen Wunschvorstellungen festzuhalten und nicht zu ihm und zu mir ehrlich zu sein, was uns beiden geschadet hat.

Aber wie soll das nur weitergehen? Eigentlich liebe ich ihn und ich weiß wie er ist, wenn er nicht raucht und dass er dieses Ziel hat rauchfrei zu sein und auch eine ähnliche Lebenseinstellung wie ich hat... Aber wie das Leben wohl so ist...wir werden oft abgebracht von unserem Weg. Er macht auch eine sehr stressige Umschulung und ist nur von Rauchern umgeben...

Ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll. Was ich ihm sagen sollte. Ob unsere Beziehung überhaupt noch eine Chance hat...wenn ich ihn nicht so akzeptiere, weil meine Grenze so liegt, dass er sie nicht nicht überschreiten kann, und er sich nicht ändern kann/will. :/

Vielen Dank schonmal für eure Antworten!
 
G
Benutzer Gast
  • #2
Rauchen ist eine Sucht und generell gilt dafür das meiste, was du in diesen Forum zum Thema Beziehung mit einem Süchtigen finden wirst. Auch wenn er gewillt ist, die Sucht aufzugeben (und danach sieht es mir nach deiner Schilderung nicht wirklich aus), musst du entscheiden, ob du mit ihm und seiner Sucht leben kannst oder nicht. Klare Ansage deinerseits kann dabei ihm helfen, zu entscheiden, ob er lieber der Sucht oder dir den Vorzug gibt, muss aber nicht sein. Viel mehr gibt es glaube ich dazu nicht zu sagen....
 
S
Benutzer152906  (47) Beiträge füllen Bücher
  • #3
Du hast Deine Sichtweise ja schon sehr deutlich gemacht (auch wenn das sicher nicht alles unmöglich ist, weil er raucht).

Du bist nur nicht bereit, die Konsequenz zu ziehen…. wieso nicht? Klar liebst Du ihn … aber offensichtlich reicht das nicht, umso etwas zu akzeptieren (finde ich aber gut).

Wie lange dauert die Umschulung denn noch? Könntest Du solange warten und akzeptieren, wenn sich erst danach etwas ändert?

P.S. heißt natürlich nicht, DAS es sich dann auch wirklich ändert.
 
S
Benutzer190530  (22) Sorgt für Gesprächsstoff
  • Themenstarter
  • #4
S Souvereign
seine Umschulung geht noch 2 Jahre. Aber danach wird er arbeiten und das kann ja genauso stressig werden :/

So Konsequenzen zu ziehen ist immer leichter gesagt als getan...und dann redet man sich doch immer wieder selbst ein: Ach das eine mal ein Ausrutscher und dann wird er es schaffen, er liebt mich doch und meint so oft, er will nicht Rauchen und bereut es jedes mal,.... los das versuche ich noch auszuhalten, los das noch. Und verschiebt so die Grenze...
 
krava
Benutzer59943  (43) Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
  • #5
Du hast nur zwei Möglichkeiten: Konsequent seien und gehen und nicht noch mehr Zeit verschwenden oder die Beziehung auf diesem wackligen Gerüst weiter führen.

Du bist 19 Jahre alt, da würde ich dir erst recht zu Variante 1 raten.
Dir werden noch dutzende Männer über den Weg laufen und ich kann zu 100% nachvollziehen, wenn man keinen rauchenden Partner möchte. Du beschreibst sehr gut, worum es da geht. Bei weitem nicht nur darum, dass es einfach eklig ist, einen Raucher zu küssen :zwinker: Das zieht viel weitere Kreise und natürlich kann ein Raucher easily immer und immer wieder Rechtfertigungen finden, warum er (wieder) raucht.

Und dein Freund ist erwachsen, er darf selbst über sein Leben bestimmen.
Du aber auch :zwinker:
 
fluffypenguin1
Benutzer178050  (24) Öfter im Forum
  • #6
Dann hör auf deine Grenze zu verschieben 🤔
 
S
Benutzer190530  (22) Sorgt für Gesprächsstoff
  • Themenstarter
  • #7
Wie lange dauert die Umschulung denn noch? Könntest Du solange warten und akzeptieren, wenn sich erst danach etwas ändert?
Hätte ich die Garantie, dann ja...
Aber eine Garantie hat man nie. Und das Vertrauen hab ich auch nicht nach den vielen Rückfällen und leeren Versprechen :/
 
U
Benutzer177622  Beiträge füllen Bücher
  • #8
Raucher, Alkohol spielt auch eine Rolle, nicht gefestigt, nicht stressresistent, Umschulung macht man auch nicht weil's so lustig ist...

Traumtyp :zwinker:
In dem Alter könnte man ein besseres Standing erreicht haben.
 
Zauberschnitte
Benutzer189381  Sehr bekannt hier
  • #9
Bei euch stimmt doch mehr nicht.

Du versteifst dich da zu sehr aufs rauchen.
 
S
Benutzer190530  (22) Sorgt für Gesprächsstoff
  • Themenstarter
  • #10
Du hast nur zwei Möglichkeiten: Konsequent seien und gehen und nicht noch mehr Zeit verschwenden oder die Beziehung auf diesem wackligen Gerüst weiter führen.

Du bist 19 Jahre alt, da würde ich dir erst recht zu Variante 1 raten.
Dir werden noch dutzende Männer über den Weg laufen und ich kann zu 100% nachvollziehen, wenn man keinen rauchenden Partner möchte. Du beschreibst sehr gut, worum es da geht. Bei weitem nicht nur darum, dass es einfach eklig ist, einen Raucher zu küssen :zwinker: Das zieht viel weitere Kreise und natürlich kann ein Raucher easily immer und immer wieder Rechtfertigungen finden, warum er (wieder) raucht.

Und dein Freund ist erwachsen, er darf selbst über sein Leben bestimmen.
Du aber auch :zwinker:
Danke für deine Nachricht.

Ich hatte mir tatsächlich etwas überlegt: Also wenn ich merke, dass mein Freund meine Grenze überschreitet und mich die ganze Beziehung wieder mehr belasten sollte, als Glück zu bringen, also quasi sich die ganze Geschichte wiederholen sollte, ich dann auf jeden Fall aus der Beziehung gehe...

Aber solange dies nicht passiert, will ich es versuchen. Und falls er wieder vermehrt kleine Rückfälle hat, würde ich ihm vielleicht deutlich nochmal meine Grenze sagen und erklären, sodass er Bescheid weiß und selbst entscheiden kann, ob er sich für die Beziehung oder für das Rauchen entscheidet :/

Ist das eine gute Überlegung von mir?
 
S
Benutzer190530  (22) Sorgt für Gesprächsstoff
  • Themenstarter
  • #11
Raucher, Alkohol spielt auch eine Rolle, nicht gefestigt, nicht stressresistent, Umschulung macht man auch nicht weil's so lustig ist...

Traumtyp :zwinker:
In dem Alter könnte man ein besseres Standing erreicht haben.
Es gibt gewisse Gründe, warum man eine Umschulung macht und sich noch neuorientiert. Das beweist eher Stärke, dass man sich umentscheidet, anstatt ewig festzuhängen in einem Beruf, der dich belastet....
 
fluffypenguin1
Benutzer178050  (24) Öfter im Forum
  • #12
Danke für deine Nachricht.

Ich hatte mir tatsächlich etwas überlegt: Also wenn ich merke, dass mein Freund meine Grenze überschreitet und mich die ganze Beziehung wieder mehr belasten sollte, als Glück zu bringen, also quasi sich die ganze Geschichte wiederholen sollte, ich dann auf jeden Fall aus der Beziehung gehe...

Aber solange dies nicht passiert, will ich es versuchen. Und falls er wieder vermehrt kleine Rückfälle hat, würde ich ihm vielleicht deutlich nochmal meine Grenze sagen und erklären, sodass er Bescheid weiß und selbst entscheiden kann, ob er sich für die Beziehung oder für das Rauchen entscheidet :/

Ist das eine gute Überlegung von mir?
Er überschreitet sie doch ständig :ratlos: Und offensichtlich weiß er doch dass du keinen Raucher als Partner haben möchtest. Das Rauchen scheint ihm wichtiger zu sein.
 
U
Benutzer177622  Beiträge füllen Bücher
  • #13
Es gibt gewisse Gründe, warum man eine Umschulung macht und sich noch neuorientiert. Das beweist eher Stärke, dass man sich umentscheidet, anstatt ewig festzuhängen in einem Beruf, der dich belastet....
Eine Umschulung bekommt man nicht finanziert, weil man Lust hat, sich neu zu orientieren.
Ich kenne die Voraussetzungen.
 
S
Benutzer190530  (22) Sorgt für Gesprächsstoff
  • Themenstarter
  • #14
Raucher, Alkohol spielt auch eine Rolle, nicht gefestigt, nicht stressresistent, Umschulung macht man auch nicht weil's so lustig ist...

Traumtyp :zwinker:
In dem Alter könnte man ein besseres Standing erre
Er überschreitet sie doch ständig :ratlos: Und offensichtlich weiß er doch dass du keinen Raucher als Partner haben möchtest. Das Rauchen scheint ihm wichtiger zu sein.
Naja er hat ja wie gesagt seit 1 1/2 Monaten aufgehört. Obwohl er auch sehr viel Stress hatte in dieser Zeit... Und allgemein hatte er ja auch versucht jede Woche erneut aufzuhören damals...
 
krava
Benutzer59943  (43) Verhütungsberaterin mit Herz & Hund
  • #15
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G
Benutzer Gast
  • #30
Vielleicht solltest du dir noch mal genau überlegen was du überhaupt von einer Beziehung erwartest. Sein Alter kann er nicht zurück drehen, und verbieten kannst du ihm auch nichts. Selbst wenn er mit dem Rauchen komplett aufhören würde wird das Thema irgendwann aufkommen, egal wie schön du es dir redest.
 
Sun-Fun
Benutzer171320  Beiträge füllen Bücher
  • #31
Als ehemalige Raucherin kann ich Dir sagen, nur wenn ER will, wird ER aufhören.

somit kannst Du nur für Dich entscheiden. Er wird nicht aufhören, wenn Du Druck machst, weil das auch gar nicht soo einfach ist. Du hast Dein Kriterium, dann steh dazu und trenn Dich. Und ja, es tut weh, aber noch 6 Monate rumeiern, bis es Dir dann wirklich zuviel wird, wird Dir am Schluss nur 6 Monate später den Trennungsschmerz bringen.
 
Sun-Fun
Benutzer171320  Beiträge füllen Bücher
  • #32
Er ist nett und sympathisch, hat gute Charaktereigenschaften,
Wow, ich wäre enttäuscht, wenn mein Partner mich so beschreiben würde....... Nur weil jemand Nett ist, hat man doch keine Beziehung.
 
S
Benutzer190530  (22) Sorgt für Gesprächsstoff
  • Themenstarter
  • #33
Wow, ich wäre enttäuscht, wenn mein Partner mich so beschreiben würde....... Nur weil jemand Nett ist, hat man doch keine Beziehung.
das war ja nur eine kurze Zusammenfassung von Eigenschaften. Er ist auch hilfbereit, sympathisch, hat dieselben Interessen wie ich, ist naturbegeistert, man kann super gut mit ihm Reden über alle möglichen Dinge und vieles mehr noch
 
S
Benutzer152906  (47) Beiträge füllen Bücher
  • #34
aber zum Beispiel nicht genug Charakterstärke um das mit dem Rauchen sein zu lassen.
 
S
Benutzer190530  (22) Sorgt für Gesprächsstoff
  • Themenstarter
  • #35
Als ehemalige Raucherin kann ich Dir sagen, nur wenn ER will, wird ER aufhören.

somit kannst Du nur für Dich entscheiden. Er wird nicht aufhören, wenn Du Druck machst, weil das auch gar nicht soo einfach ist. Du hast Dein Kriterium, dann steh dazu und trenn Dich. Und ja, es tut weh, aber noch 6 Monate rumeiern, bis es Dir dann wirklich zuviel wird, wird Dir am Schluss nur 6 Monate später den Trennungsschmerz bringen.
er will ja nicht rauchen. Nur wenn er diesen enormen Stress hatte, hatte er damals seine Willenskraft vergessen.

Und jetzt raucht er ja auch nicht seit 1 1/2 Monaten...aus eigenem Willen und aus eigener Charakterstärke, weil er nicht mehr abhängig sein will und einen anderen Lebensstil entwickeln will. Ist halt nur die Frage, ob er sich selbst treu bleibt, aber er arbeitet auch viel an Persönlichkeitsentwicklung und Selbstbewusstseinsstärkung.

Wenn ich jetzt aus der Beziehung gehe und er vielleicht sein Leben lang Nichtraucher bleiben wird, dann wäre das dumm von mir. Dann würde ich alles verpassen. Ich kann die Zukunft nicht vorhersagen und würde lieber abwarten wollen und erst falls es wieder passiert einen Schlußstrich ziehen. Weil sonst habe ich nicht 6 Monate sondern viele Jahre vielleicht einfach so weggeschmissen...
Und lieber jetzt eine schöne Zeit haben für 6 Monate und viel erleben, ein schöner Sommer, und halt abwarten, was die Zeit mit sich bringt, würde ich meinen.
 
G
Benutzer Gast
  • #36
Und jetzt raucht er ja auch nicht seit 1 1/2 Monaten......
Und lieber jetzt eine schöne Zeit haben für 6 Monate und viel erleben, ein schöner Sommer, und halt abwarten, was die Zeit mit sich bringt, würde ich meinen.
Das musst du doch entscheiden. Wenn er momentan nicht raucht und mit deiner klaren Ansage, dass du weg bist, wenn er wieder anfängt, kannst du es doch auf dich zukommen lassen und die aktuelle Situation so nehmen, wie sie ist. Wenn er wieder anfängt, kannst du immer noch entscheiden und wenn nicht, ist das ja trotzdem keine Garantie, dass ihr in 10 Jahren noch zusammen seid 😉
 
Sun-Fun
Benutzer171320  Beiträge füllen Bücher
  • #37
Und lieber jetzt eine schöne Zeit haben für 6 Monate und viel erleben, ein schöner Sommer, und halt abwarten, was die Zeit mit sich bringt, würde ich meinen.
Na dann tu das .......
Du hast einen Entscheid getroffen, aber was möchtest Du dann von uns für einen Rat?
 
S
Benutzer190530  (22) Sorgt für Gesprächsstoff
  • Themenstarter
  • #38
Na dann tu das .......
Du hast einen Entscheid getroffen, aber was möchtest Du dann von uns für einen Rat?
Bin halt allgemein immer noch sehr zwiegespalten, aber ich habe jetzt nochmal mehr realisiert, dass ich es nicht ändern könnte, wenn er wieder raucht und ich dann das so hinnehmen sollte und mich trennen sollte....

Also danke für eure vielen, hilfreichen Antworten :smile: . Ich habe jetzt wieder etwas mein Chaos im Kopf sortiert bekommen.
 
N
Benutzer186640  (26) Sorgt für Gesprächsstoff
  • #39
Er ist 40, ich bin 19. Der Altersunterschied hatte mich bislang wenig gestört. Doch als er wieder mit dem Rauchen angefangen hat (dass er eigentlich 1 Jahr vor unserer Beziehung aufgehört hatte), wurde mir der Altersunterschied bewusst und ich bekam Verlustängste, dass er durch das Rauchen (und auch ab und zu Alkohol) früher stirbt.
Deine Verlustängste kann ich verstehen. Dein Freund ist 21 Jahre älter als du. Er raucht bzw. hat geraucht, was nicht unbedingt förderlich für die Lebenserwartung ist. Du wirst damit leben müssen, dass er schon etwas eher aus deinem Leben verschwinden wird als dir vielleicht lieb ist. (Ist jetzt nur eine Vermutung wenn man die Fakten betrachtet. Es kann natürlich auch anders laufen.)
Vor 1 1/2 Monaten hat er dann wieder aufgehört, aber trotzdem plagen mich fast jeden Tag Ängste, dass er wieder anfängt, weil er allgemein eine nicht sehr gefestigte Person ist, die leicht verführbar zu sowas ist. Diese Ängste und allgemein wie emotional ich auf sein Rauchen reagierte belasten/belastete mich sehr.
Auch hier sind deine Ängste gut begründet. Rückfälle kann es immer geben. Die Frage ist,
kannst du mit deinen Ängsten und der Belastung leben? Wenn ja, dann ist alles gut. Wenn nicht solltest du eine Veränderung in Erwägung ziehen.
Das Problem ist, dass ich für mich festgelegt habe, nie mit einem Raucher zusammenzusein. Er aber meine Grenze, nie so annehmen wollte und verstehen wollte. Ich habe auch sehr gemerkt, wieso ich mit ihm als Raucher nicht zusammensein kann: Er stinkt, er ist viel müder, er hat gefühlt weniger Zeit, uneerreichbarer, wir unternehmen weniger, können kein Sport mehr machen wie sonst und ich habe ihn immer nur auf Entzug gesehen (also er hatte jedes Wochenende versucht aufzuhören, aber auch fast jede Woche wieder erneut angefangen).

Ich war dann auch nicht so rational, um meine Grenze zu vertreten und war sehr naiv. Ich hatte gedacht: Ich habe ihn als Nichtraucher kennengelernt, er hat mir schon oft gesagt, wie abgeneigt er ist zu rauchen, dass er sich ändern will für sich selbst (nicht nur für mich), er hat Versprechungen gemacht....
Also dann wird er auch ganz sicher ganz bald aufhören.
Aber: Aus 2/10/20 Zigaretten an einem Tag in der Woche wurden 20 Zigaretten jeden Tag in der Woche. Und ich kannte meine Einstellung...und es belastete mich...und so machte ich sehr viel Druck auf ihn, was auch kontraproduktiv war. Er rechtfertigte das Rauchen ("Ich nehme ja kein Heroin" "Wenn ich Stress habe, dann brauche ich das, sonst zerfrisst mich der Stress") und stellte mich allein als die Schuldige, die übertreibt, dar, was mich noch wütender machen. Und so war das wie ein Teufelskreis.

Stattdessen hätte ich einfach akzeptieren sollen, dass er anscheinend ein Raucher ist und dann einen Schlußstrich ziehen sollen, anstatt an meinen Wunschvorstellungen festzuhalten und nicht zu ihm und zu mir ehrlich zu sein, was uns beiden geschadet hat.
Frage dich selbst was warum du so eine Beziehung überhaupt eingegangen bist. Du hattest deine Kriterien und hast sie trotzdem ignoriert. Du hast darunter gelitten, aber für ihn war es ok. Möchtest du das wirklich so weiter führen?
Denk auch an dich selbst, denn es ist dein Leben.
Aber wie soll das nur weitergehen? Eigentlich liebe ich ihn und ich weiß wie er ist, wenn er nicht raucht und dass er dieses Ziel hat rauchfrei zu sein und auch eine ähnliche Lebenseinstellung wie ich hat... Aber wie das Leben wohl so ist...wir werden oft abgebracht von unserem Weg. Er macht auch eine sehr stressige Umschulung und ist nur von Rauchern umgeben...

Ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll. Was ich ihm sagen sollte. Ob unsere Beziehung überhaupt noch eine Chance hat...wenn ich ihn nicht so akzeptiere, weil meine Grenze so liegt, dass er sie nicht nicht überschreiten kann, und er sich nicht ändern kann/will. :/

Vielen Dank schonmal für eure Antworten!
Du solltest dir bewusst werden was du möchtest. Was deine Ziele sind und welche Lebensqualität du anstrebst. Wenn dir der Stress, die Aufregung, die Angst dir das alles Wert ist, dann bitte. Mach so weiter.
 
S
Benutzer190530  (22) Sorgt für Gesprächsstoff
  • Themenstarter
  • #40
Deine Verlustängste kann ich verstehen. Dein Freund ist 21 Jahre älter als du. Er raucht bzw. hat geraucht, was nicht unbedingt förderlich für die Lebenserwartung ist. Du wirst damit leben müssen, dass er schon etwas eher aus deinem Leben verschwinden wird als dir vielleicht lieb ist. (Ist jetzt nur eine Vermutung wenn man die Fakten betrachtet. Es kann natürlich auch anders laufen.)

Auch hier sind deine Ängste gut begründet. Rückfälle kann es immer geben. Die Frage ist,
kannst du mit deinen Ängsten und der Belastung leben? Wenn ja, dann ist alles gut. Wenn nicht solltest du eine Veränderung in Erwägung ziehen.

Frage dich selbst was warum du so eine Beziehung überhaupt eingegangen bist. Du hattest deine Kriterien und hast sie trotzdem ignoriert. Du hast darunter gelitten, aber für ihn war es ok. Möchtest du das wirklich so weiter führen?
Denk auch an dich selbst, denn es ist dein Leben.

Du solltest dir bewusst werden was du möchtest. Was deine Ziele sind und welche Lebensqualität du anstrebst. Wenn dir der Stress, die Aufregung, die Angst dir das alles Wert ist, dann bitte. Mach so weiter.
Vielen Dank für deine Antwort. Ich werde mich noch weiter damit beschäftigen und mir die Fragen versuchen zu beantworten. Danke für die Denkanstöße!
 
S
Benutzer190530  (22) Sorgt für Gesprächsstoff
  • Themenstarter
  • #41
Hallo Leute,
ich habe mich vor kurzem von meinem Freund getrennt. Er wurde nach dem Urlaub zweimal rückfällig und dann hab ich meine Grenze endlich eingehalten. Ich wollte nicht, dass alles nochmal von vorne losgeht.
Wir haben sogar zusammen die Trennung beschlossen. Er hatte aber nochmal mit vielen Vorwürfen um sich geworfen und hat mir wie immer zu verdeutlichen gegeben, dass ich übertreibe und ich das Rauchen mit all den Folgen, die es für unsere Beziehung hatte, als zu großes Problem ansehe und es schlimmeres gibt. Er hätte sich gewünscht, dass ich verständnisvoll auf ihn zu gegangen wäre, anstatt auf Distanz zu gehen und es als Belastung wahrzunehmen. Ich hätte mir gewünscht, dass er mir nicht das Gefühl gibt, dass ich gegen eine Wand rede, dass er mich versteht. Wir haben beide vieles nicht richtig gemacht.
Jetzt habe ich die Befürchtung, dass er komplett abstürzt in Alkohol und Zigaretten durch den Trennungsschmerz. Dieses schlechte Gewissen plagt mich.
Aber es ist okay, dass ich mich an meine Prinzipien gehalten habe oder? Ich hätte so nicht leben können... Er meinte, ich stelle meine Prinzipien über die Liebe...wobei ich eher sage, dass ich aus Liebe gehandelt habe, weil unter meinen Forderungen und emotionalen Reaktionen, es ihm ja auch nicht gut ging in unserer Beziehung und ich ihn ja quasi erlöst habe und er nun ohne Druck aus eigenem Willen sich ändern kann, wenn er möchte...oder?
 
G
Benutzer Gast
  • #42
1.
ER ist SEIN problem.

2.
Jetzt habe ich die Befürchtung, dass er komplett abstürzt in Alkohol und Zigaretten durch den Trennungsschmerz.
ist er die letzten
jahrzehnte auch nicht.

3.
wenn er sein leben ändern WILL, gibts dazu fachleute.
den zugang dazu hat er ebenso in der hand wie ich gerade.

4.
KÜMMERE DICH UM DICH
und deinen weiteren weg.
kontaktabbruch,
beziehungsgeschichte verarbeiten,
wieder offen sein für
neue gute begegnungen.
 
Metallfuß
Benutzer177659  (41) Sehr bekannt hier
  • #43
Jetzt habe ich die Befürchtung, dass er komplett abstürzt in Alkohol und Zigaretten durch den Trennungsschmerz. Dieses schlechte Gewissen plagt mich.
Nö. Dein Ex ist 41, da kann man mit sowas umgehen, denke ich. Es wird ja auch nicht seine erste Trennung sein.

Ihr beide hattet eine schöne Zeit, die ist jetzt um, ihr sortiert euch neu und habt dann wieder eine schöne Zeit, halt jeder mit (ggf.) anderen Partnern.
 
Spiralnudel
Benutzer83901  (40) Planet-Liebe-Team
Moderator
  • #44
Der TS ist nicht mehr im Forum aktiv, das Thema bleibt daher zu.
 
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