
Benutzer151786 (40)
Sehr bekannt hier
- #1
Hallo ihr Lieben,
ich stelle meine noch (?) laufende Beziehung momentan sehr in Frage und hoffe auf ein paar Gedankenanstöße. Bitte entschuldigt die Wall of Text, kürzer ging es einfach nicht.
Mein Freund und ich sind seit knapp 1,5 Jahren zusammen und führen seitdem eine Wochenendbeziehung unter erschwerten Bedingungen: wir haben beide aus beruflichen Gründen je zwei Wohnsitze (er ist beim Bund, ich beim Land) und sind eigentlich nur am Pendeln und Organisieren, wo wir am Wochenende mal wieder sein "müssen". Es bleibt also nicht viel Zeit für "quality time", sondern es stehen immer erst Haushalt, Wäsche und sonstige Dinge an, die erledigt werden wollen. Noch dazu sind wir beide, vor allem er, durch die viele Fahrerei endlos gestresst und müde. Anfangs war es so, dass wir uns trotzdem irgendwie von Freitag bis Sonntag gesehen haben, mittlerweile fahren wir freitags getrennt in unsere Hauptwohnungen, erledigen erst mal jeder für sich den ganzen Kram und sehen uns dann - entweder bei ihm oder bei mir - von Samstag bis Sonntag, also nicht einmal 24 Stunden.
Mein Freund ist unter der Woche sehr eingespannt und auch sowieso nicht der große Texter. Unsere schriftliche Kommunikation besteht eigentlich seit jeher nur aus "Guten Morgen", "Wie war dein Tag?", der entsprechenden Antwort und "Gute Nacht" per WhatsApp…
Tagsüber kann er weder telefonieren noch öfters kurz schreiben (meistens hat er sein Handy aus, so dass er meine Nachrichten nicht mal lesen kann) und abends kommt er so spät aus dem Büro, dass er sich nur noch schnell was kocht und dann schlafen geht.
Da ich absolut kein Fan von Fern-/Wochenendbeziehungen sind, hat er mir passenderweise am Anfang unseres Kennenlernens gesagt, dass er in einem halben bis dreiviertel Jahr zurück in meine Gegend versetzt wird und außerdem in fünf Jahren nicht mehr in diesem Beruf arbeiten wird, sondern sich lieber was im Landesdienst (in meinem Bundesland) suchen will. Das hat sich leider beides zerschlagen. Seine nächste Versetzung steht nun erst Anfang nächsten Jahres an (wohin ist noch offen) und von Kündigung ist auch keine Rede mehr. Er begründet das zwar mit "Es gibt für mich halt nichts Passendes!", aber ich bin mir ziemlich sicher, dass er gar nicht oder zumindest nicht ernsthaft sucht, weshalb ich glaube, dass es ihm insgeheim doch wieder mehr Spaß macht und er in seinem Job bleiben will.
So. Leider bin ich die Spießerin vor dem Herrn und wünsche mir in den nächsten Jahren ein Häuschen im Grünen, Kinder, Tiere und ein stinknormales Alltagsleben mit festem Zuhause. Meine Abordnung endet auch spätestens in zwei Jahren, womit ich dann wieder fest in meiner Heimat wäre. Er hingegen hat noch ein großes berufliches Endstation-Ziel, für das er noch mindestens zwei Jahre an einem anderen Ort in Deutschland sowie vorübergehend im Ausland arbeiten muss. Ob er danach in seiner Stellung überhaupt noch was Passendes in meiner Nähe findet, ist fraglich. Andererseits zählt er immer wieder Möglichkeiten auf, die in Betracht kämen - inwieweit die aber realistisch sind oder nur zu meiner Besänftigung dienen sollen, kann ich nicht einschätzen.
Er wünscht sich dieses "Spießerleben" zwar auch theoretisch, praktisch ist es aber in den nächsten Jahren schlicht nicht drin. Er hat (nachvollziehbarerweise) gesagt, dass er keine Lust hat, ein ewiger Wochenendheimfahrer und -papa zu sein und irgendwo ein Haus rumstehen zu haben, aber mehrere hundert Kilometer davon entfernt zu arbeiten. Kann ich voll verstehen, andererseits ist es für mich nahezu unmöglich, ihm alle zwei Jahre in eine andere Stadt zu folgen (allein schon, da ich beruflich auf mein Bundesland beschränkt bin) und ehrlich gesagt will ich das auch nicht. Das hab ich mir einfach alles immer anders vorgestellt.
Logische Konsequenz: Trennung. Wenn da die Liebe nicht wäre… Mit 20 würde ich mir das ja alles noch eine Weile angucken und bräuchte mir über Dinge wie Familienplanung und -wohnsitz vorerst keine Gedanken machen. Nur bin ich leider schon fast 31, er 34, und ich weiß nicht, wie lange ich warten soll und vor allen Dingen worauf - irgendwie scheint ja alles verfahren und aussichtslos.
Andererseits fühlt es sich einfach so blöd, falsch und herzlos an, mich aus solch rationalen Überlegungen heraus zu trennen, obwohl ich mir das mit ihm ja alles grundsätzlich vorstellen könnte. Und trotzdem müsste ich ihn nun quasi zeitnah "loswerden", um noch genug Zeit zu haben, mir einen anderen zu suchen, von dem ich noch nicht mal weiß, ob es ihn überhaupt gibt, mit dem es sich dann auch noch leichter lebt und dessen Zukunftsvorstellungen meinen ähnlicher sind. Ich war vor meinem Freund gefühlte hundert Jahre Single - was, wenn es diesen "perfekten" Mann, mit dem das alles passt, einfach nicht für mich gibt? Damit meine ich absolut nicht, dass mein Freund nur eine Notlösung ist, aber vielleicht wäre es mal angebracht, mich von meinem Zukunftstraum zu verabschieden und stattdessen mit dem zu arbeiten, was uns gegeben ist?
Vor ein paar Tagen hatten wir ein Krisengespräch, in das ich mit dem Gefühl gegangen bin, dass eine Trennung richtig und gut wäre, weil ich auch den Eindruck hatte, dass es ihm irgendwo nicht ganz unrecht wäre, da wir eben nur diesen spärlichen Kontakt haben, uns immer seltener sehen und er auf auch sämtliche Zukunftsthemen (und wenn es nur Urlaubsplanung für in ein paar Monaten ist) sehr zurückhaltend oder gar nicht reagiert.
Er hat in dem Gespräch zwar gesagt, dass er sich auch sehr unsicher ist, wie es in Zukunft mit uns weitergehen soll und er deswegen auch nicht gerne darüber redet, aber dass er sich einfach nicht vorstellen kann, sich >jetzt< zu trennen, weil wir schließlich >jetzt< eine gute Zeit haben und "ansonsten" doch auch so toll zusammenpassen etc. Er wurde wirklich sehr emotional und will unbedingt an der Beziehung festhalten, obwohl ich mich schon nach dem Warum frage. Ich dachte, er wäre in solchen Dingen wesentlich pragmatischer als ich.
Trotz Krisengespräch ist also alles nach wie vor beim Alten. Er konnte mir weder irgendwelche Zukunftsversprechen geben noch wird sich vorerst was an der Wochenendbeziehung ändern. Und ich sitze wieder da und denke, dass ich das alles so nicht will. Aber wenn wir uns dann unter der Woche, wie jetzt gerade, nicht sehen, vermisse ich ihn zeitweise so extrem, dass mir eine Trennung zumindest >jetzt< ja nur noch mehr weh tun würde (und ihm ja sowieso, was ich natürlich auch nicht will).
Aber wie lange noch warten? Und worauf? Was macht man, wenn man den richtigen Mann hat, aber die falschen Umstände?
Danke fürs Lesen! Vielleicht hat ja jemand ein paar Gedanken für mich.
ich stelle meine noch (?) laufende Beziehung momentan sehr in Frage und hoffe auf ein paar Gedankenanstöße. Bitte entschuldigt die Wall of Text, kürzer ging es einfach nicht.
Mein Freund und ich sind seit knapp 1,5 Jahren zusammen und führen seitdem eine Wochenendbeziehung unter erschwerten Bedingungen: wir haben beide aus beruflichen Gründen je zwei Wohnsitze (er ist beim Bund, ich beim Land) und sind eigentlich nur am Pendeln und Organisieren, wo wir am Wochenende mal wieder sein "müssen". Es bleibt also nicht viel Zeit für "quality time", sondern es stehen immer erst Haushalt, Wäsche und sonstige Dinge an, die erledigt werden wollen. Noch dazu sind wir beide, vor allem er, durch die viele Fahrerei endlos gestresst und müde. Anfangs war es so, dass wir uns trotzdem irgendwie von Freitag bis Sonntag gesehen haben, mittlerweile fahren wir freitags getrennt in unsere Hauptwohnungen, erledigen erst mal jeder für sich den ganzen Kram und sehen uns dann - entweder bei ihm oder bei mir - von Samstag bis Sonntag, also nicht einmal 24 Stunden.
Mein Freund ist unter der Woche sehr eingespannt und auch sowieso nicht der große Texter. Unsere schriftliche Kommunikation besteht eigentlich seit jeher nur aus "Guten Morgen", "Wie war dein Tag?", der entsprechenden Antwort und "Gute Nacht" per WhatsApp…
Da ich absolut kein Fan von Fern-/Wochenendbeziehungen sind, hat er mir passenderweise am Anfang unseres Kennenlernens gesagt, dass er in einem halben bis dreiviertel Jahr zurück in meine Gegend versetzt wird und außerdem in fünf Jahren nicht mehr in diesem Beruf arbeiten wird, sondern sich lieber was im Landesdienst (in meinem Bundesland) suchen will. Das hat sich leider beides zerschlagen. Seine nächste Versetzung steht nun erst Anfang nächsten Jahres an (wohin ist noch offen) und von Kündigung ist auch keine Rede mehr. Er begründet das zwar mit "Es gibt für mich halt nichts Passendes!", aber ich bin mir ziemlich sicher, dass er gar nicht oder zumindest nicht ernsthaft sucht, weshalb ich glaube, dass es ihm insgeheim doch wieder mehr Spaß macht und er in seinem Job bleiben will.
So. Leider bin ich die Spießerin vor dem Herrn und wünsche mir in den nächsten Jahren ein Häuschen im Grünen, Kinder, Tiere und ein stinknormales Alltagsleben mit festem Zuhause. Meine Abordnung endet auch spätestens in zwei Jahren, womit ich dann wieder fest in meiner Heimat wäre. Er hingegen hat noch ein großes berufliches Endstation-Ziel, für das er noch mindestens zwei Jahre an einem anderen Ort in Deutschland sowie vorübergehend im Ausland arbeiten muss. Ob er danach in seiner Stellung überhaupt noch was Passendes in meiner Nähe findet, ist fraglich. Andererseits zählt er immer wieder Möglichkeiten auf, die in Betracht kämen - inwieweit die aber realistisch sind oder nur zu meiner Besänftigung dienen sollen, kann ich nicht einschätzen.
Er wünscht sich dieses "Spießerleben" zwar auch theoretisch, praktisch ist es aber in den nächsten Jahren schlicht nicht drin. Er hat (nachvollziehbarerweise) gesagt, dass er keine Lust hat, ein ewiger Wochenendheimfahrer und -papa zu sein und irgendwo ein Haus rumstehen zu haben, aber mehrere hundert Kilometer davon entfernt zu arbeiten. Kann ich voll verstehen, andererseits ist es für mich nahezu unmöglich, ihm alle zwei Jahre in eine andere Stadt zu folgen (allein schon, da ich beruflich auf mein Bundesland beschränkt bin) und ehrlich gesagt will ich das auch nicht. Das hab ich mir einfach alles immer anders vorgestellt.
Logische Konsequenz: Trennung. Wenn da die Liebe nicht wäre… Mit 20 würde ich mir das ja alles noch eine Weile angucken und bräuchte mir über Dinge wie Familienplanung und -wohnsitz vorerst keine Gedanken machen. Nur bin ich leider schon fast 31, er 34, und ich weiß nicht, wie lange ich warten soll und vor allen Dingen worauf - irgendwie scheint ja alles verfahren und aussichtslos.
Andererseits fühlt es sich einfach so blöd, falsch und herzlos an, mich aus solch rationalen Überlegungen heraus zu trennen, obwohl ich mir das mit ihm ja alles grundsätzlich vorstellen könnte. Und trotzdem müsste ich ihn nun quasi zeitnah "loswerden", um noch genug Zeit zu haben, mir einen anderen zu suchen, von dem ich noch nicht mal weiß, ob es ihn überhaupt gibt, mit dem es sich dann auch noch leichter lebt und dessen Zukunftsvorstellungen meinen ähnlicher sind. Ich war vor meinem Freund gefühlte hundert Jahre Single - was, wenn es diesen "perfekten" Mann, mit dem das alles passt, einfach nicht für mich gibt? Damit meine ich absolut nicht, dass mein Freund nur eine Notlösung ist, aber vielleicht wäre es mal angebracht, mich von meinem Zukunftstraum zu verabschieden und stattdessen mit dem zu arbeiten, was uns gegeben ist?
Vor ein paar Tagen hatten wir ein Krisengespräch, in das ich mit dem Gefühl gegangen bin, dass eine Trennung richtig und gut wäre, weil ich auch den Eindruck hatte, dass es ihm irgendwo nicht ganz unrecht wäre, da wir eben nur diesen spärlichen Kontakt haben, uns immer seltener sehen und er auf auch sämtliche Zukunftsthemen (und wenn es nur Urlaubsplanung für in ein paar Monaten ist) sehr zurückhaltend oder gar nicht reagiert.
Er hat in dem Gespräch zwar gesagt, dass er sich auch sehr unsicher ist, wie es in Zukunft mit uns weitergehen soll und er deswegen auch nicht gerne darüber redet, aber dass er sich einfach nicht vorstellen kann, sich >jetzt< zu trennen, weil wir schließlich >jetzt< eine gute Zeit haben und "ansonsten" doch auch so toll zusammenpassen etc. Er wurde wirklich sehr emotional und will unbedingt an der Beziehung festhalten, obwohl ich mich schon nach dem Warum frage. Ich dachte, er wäre in solchen Dingen wesentlich pragmatischer als ich.
Trotz Krisengespräch ist also alles nach wie vor beim Alten. Er konnte mir weder irgendwelche Zukunftsversprechen geben noch wird sich vorerst was an der Wochenendbeziehung ändern. Und ich sitze wieder da und denke, dass ich das alles so nicht will. Aber wenn wir uns dann unter der Woche, wie jetzt gerade, nicht sehen, vermisse ich ihn zeitweise so extrem, dass mir eine Trennung zumindest >jetzt< ja nur noch mehr weh tun würde (und ihm ja sowieso, was ich natürlich auch nicht will).
Aber wie lange noch warten? Und worauf? Was macht man, wenn man den richtigen Mann hat, aber die falschen Umstände?
Danke fürs Lesen! Vielleicht hat ja jemand ein paar Gedanken für mich.