
Benutzer154002 (34)
Verbringt hier viel Zeit
- #1
Hallo zusammen, 
ich versuche gerade eine Entscheidung zu treffen bezüglich eines Themas, das mich jetzt schon seit fast 4 Monaten immer wieder begleitet, und momentan macht mich das viele Grübeln noch ganz verrückt, weshalb ich hier den Beitrag erstelle. Irgendwie muss ich meine Gedanken einfach mal loswerden.
Angefangen hat das Ganze damit, dass ich vor knapp 4 Monaten mit einem Freund meiner Mitbewohnerin, auf den ich vorher schon ein bissel stand, nach einem Kneipenabend rumgemacht habe (ich hatte damals deswegen auch einen Beitrag im Single-Ladies-Thread erstellt, https://www.planet-liebe.com/threads/all-the-single-ladies-club-iii.585664/page-144#post-13726006). Die Initiative ging damals klar von ihm aus und gemäß seiner späteren Aussage lag das nicht am Alkohol an dem Abend. Ich weiß auch, dass er es schön fand und mich gerne noch zu sich mit nach Hause genommen hätte. Da ich nach dem Abend von anderen zurückgemeldet bekam, dass so ein Verhalten vollkommen untypisch für ihn wäre, machte ich mir Hoffnungen, dass das Ganze vielleicht nicht nur was Einmaliges für ihn war.
Wir hatten ein paar Wochen nach dem Abend ein (von mir initiiertes) Treffen, wo er auf meine Nachfrage meinte, er fände es gut so wie es ist, aber wir könnten uns ja nochmal treffen (à la, man sieht ja gerade wegen Corona eh nicht so viele Leute...). Was ich als "kein Interesse" interpretierte, mit der Erwartung, dass er sich garantiert eh nicht nochmal wegen eines Treffens melden wird. Ich selbst war mir unsicher, was ich will, und formulierte das in dem Gespräch mit ihm auch so, mit dem Zusatz, dass ich am liebsten bei Gruppentreffen geschaut hätte, wie es sich mit ihm entwickelt, aber dank Corona sähe es damit ja eher schwierig aus. Vielleicht ging es ihm da ähnlich.
Dazu, warum ich mir unsicher war: ich mag ihn und finde ihn total attraktiv, aber gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass wir vom Lebensstil her ziemlich unterschiedlich sind, zudem war es jetzt noch nie so, dass ich mit ihm wunder-wer-weiß-was für intensive Gespräche geführt hätte. Ich bin auch noch nie besonders gut darin gewesen, zu erkennen, ob ich Gefühle für jemanden habe, bzw. ist es mir noch nie leicht gefallen, mich "einfach mal so" mit jemandem zu treffen, den ich "nur" interessant finde, und zu schauen, ob sich noch mehr Gefühle entwickeln (ich habe irgendwie immer die Erwartung an mich, dass ich dann ja auf jeden Fall Gefühle entwickeln muss, und setze mich total unter Druck - allein, dass ich das mit ihm so weiterverfolgt habe, hat mich Überwindung gekostet, aber ich wollte nicht schon wieder eine Kennenlernepisode im Keim ersticken, wie so oft davor). Dazu kam noch, dass ich Sorge hatte, mich könnte es zu sehr von meiner Masterarbeit ablenken, wenn ich mich jetzt verlieben sollte (ja, vielleicht ein alberner Grund, aber da ich noch nie in einer Beziehung war, hatte/habe ich da die wildesten Vorstellungen...). Im Grunde war das aber egal, denn letztlich hatte er ja eh kein richtiges Interesse. Ich schrieb ihm nach diesem Treffen noch, dass ich die Treffen bisher nett fand und falls er demnächst nochmal Lust hätte, was zu machen, wäre ich dabei. Darauf meinte er "gerne
".
Irgendwann, zwei, drei Wochen nach dem einen Gespräch, schrieb er mich an, ob ich Lust auf ein Eis hätte. Wir trafen uns, er gab mir mein Eis aus, ich dachte "Hui, ist das vielleicht doch ein Date?". (Irgendwie hatte ich zu der Zeit sehr das Bedürfnis, das Treffen in eine Kategorie zu packen). Das Treffen war eher mäßig gut, ich war super angespannt und dachte die ganze Zeit darüber nach, dass wir ja gar nicht zusammenpassen würden etc.
Er meinte bei der Verabschiedung, dass das Treffen schön gewesen sei. Ich fragte mich daraufhin innerlich, ob wir auf demselben Treffen gewesen seien?! Ich hatte es ja ziemlich furchtbar gefunden. Gleichzeitig wunderte ich mich, wie ich ihn einerseits so anziehend finden kann, wo andererseits der Kontakt doch eher mau verläuft (frage ich mich auch jetzt noch). 
Wenige Tage nach diesem Treffen schrieb er mich auf einmal nachts an, ob ich Lust hätte, die nächste Woche nochmal was zu unternehmen. Eine Stunde später bekam ich auch von seinem besten Freund und Mitbewohner Nachrichten, die deutlich machten, dass sie gerade scheinbar einen feucht-fröhlichen Abend zusammen verbrachten. Sein Kumpel schrieb u.a. auch Dinge, dass ich "Geduld" mit seinem Freund haben solle und dass sich dieser echt gefreut hätte, als wir zusammen unterwegs gewesen wären.
Ich war daraufhin total verwirrt, habe aber nachts noch geantwortet, dass wir gerne nochmal was machen können (das letzte Treffen fand ich zwar bescheiden, aber vielleicht wäre ich beim nächsten ja weniger angespannt und das Treffen dadurch insgesamt besser, dachte ich). Darauf kam von ihm weder am nächsten Tag, noch die folgenden Tage eine Reaktion, erst drei Tage später schrieb er dann, dass er die Woche doch keine Zeit hätte, da er mehr arbeiten müsse als geplant (ein Hiwi-Job...). Ich könne ja aber am übernächsten Tag mit zum Sport kommen (ein Hobby, zu dem ich vor Corona auch schon öfters mit bin; bin dazu auch in einer WhatsApp-Gruppe, in der er vorher auch schon gefragt hatte, ob jemand mitwill).
Und er lud meine Mitbewohnerin und mich, wie schon länger geplant, zu einem Grillabend in seine WG ein.
Dieser Grillabend brachte mich noch mehr durcheinander. Von ihm kamen, glaube ich, an dem Abend nicht wirklich Signale, dass er mich mehr als freundschaftlich mag. Von mir allerdings auch nicht, schätze ich. Bei mir lag das daran, dass ich unsicher war und mir irgendwie auch nicht die Blöße geben wollte, Interesse zu zeigen, nachdem er mir wenige Tage zuvor eine "Abfuhr" erteilt hatte. Zudem hatte ich Sorge, aufdringlich zu wirken, wo er doch so wenig Interesse signalisierte.
Gleichzeitig machte ich mir an dem Abend aber total einen Kopf, dass ich ja auch nicht wisse, ob er vielleicht tatsächlich so viel arbeiten musste die Tage zuvor, und würde ich mehr Interesse zeigen, würde von ihm ja vielleicht auch mehr zurückkommen und...bla. Bei einem Trinkspiel stellte sich dann heraus, dass er unser letztes Treffen offenbar nicht als Date gesehen hatte (es ging um die Frage, ob er die letzten zwei Wochen ein Date gehabt hätte, welche er mit Nein beantwortete).
Der Abend endete schließlich, nach ein wenig Alkohol, damit, dass ich über ‘ne Stunde recht eng Arm an Arm neben ihm auf dem Sofa saß und er keine Anstalten machte, weiter weg zu rücken. Ich fühlte mich da ziemlich wohl und wäre jemandem, den ich nur freundschaftlich mag, vermutlich nie so auf die Pelle gerückt, da ich sonst nicht der "körperlichste" Mensch bin. Ein wenig flirtete er da auch mit mir, meine ich mich zu erinnern. Irgendwie gab mir das Hoffnung, dass er mich eveeentuell doch nicht so blöd findet, auch wenn ich mir jetzt im Nachhinein denke, dass ich da wahrscheinlich viel zu viel hineininterpretiert habe.
Das führte dazu, dass ich ihn ein paar Tage später anschrieb, ob er nochmal Lust hätte, die Woche was zu machen. Wenn er kein Interesse hat, kann er ja Nein sagen, dachte ich, und dann weiß ich zumindest, woran ich bin.
Aber er sagte tatsächlich zu. Ich schlug einen Filmabend vor, zu dem er ebenfalls Ja sagte und auch noch was zusammen Kochen vorschlug. So trafen wir uns ein paar Tage später bei ihm in der WG, kochten zusammen, was echt nett war, und er fragte danach, ob wir noch einen Film schauen sollen. Machten wir dann auch, plus ein paar Serienfolgen, wobei wir wieder eng beieinander saßen und ich irgendwann meinen Kopf auf seine Schulter legte. Er lehnte daraufhin auch immer wieder seinen Kopf an meinen. Mehr ist nicht passiert, auch wenn ich ihm zum Ende hin zumindest nochmal über den Arm streichelte und er auch mein Knie "zurückdrückte". Diese Nähe zu ihm fand ich schon sehr schön. Mir ist das bisher auch nur seltenst passiert, dass ich so „zärtliche“ Gefühle jemandem gegenüber hatte.
Letztlich war ich es, die den Abend gegen 2 Uhr morgens beendete, weil er am nächsten Tag früh aufstehen musste. Nachdem er den Fernseher ausgeschaltet hatte, saßen wir erstmal schweigend nebeneinander auf der Couch, bis er sich dann doch irgendwann rührte und ich meine sieben Sachen zusammenpackte. Wir verabschiedeten uns per Umarmung und am nächsten Morgen schrieb er mir noch, ob ich gut nach Hause gekommen sei.
Es folgten die Tage darauf noch sehr wenige sehr kurze Nachrichtenwechsel, bis ich ihm schrieb, dass ich den Abend schön gefunden hätte und wir das gerne nochmal wiederholen könnten. Von ihm kam darauf keine Reaktion, nüschts.
Zwei Tage später kam er dann zu uns in die WG, um mit meiner Mitbewohnerin an einem Uniprojekt zu arbeiten, und wir tranken danach zu dritt ein Bier, was entspannt und lustig war. Meine Mitbewohnerin mokierte sich noch ein wenig über den langen Blick, den er und ich bei der Verabschiedung ausgetauscht hätten. Nach diesem Treffen fuhr er für eine Woche in den Urlaub. Er hatte schon "angedroht", dass er uns Bilder schicken würde, „um uns neidisch zu machen“, was er dann auch tat und mir zweimal welche schickte. Ich kommentierte sie eher zurückhaltend, d.h. schon nett, aber ohne Rückfragen, weil ich immer noch seine fehlende Reaktion auf meine eine Nachricht im Kopf hatte.
Tja. Das war vor ca. 2,5 Wochen; meine eine Nachricht, dass ich's schön fand, habe ich ihm vor etwas mehr als drei Wochen geschickt. Letzte Woche hab ich ihn dann im Rahmen einer Gruppenaktivität nochmal gesehen und danach war ich erst einmal so richtig schei… drauf. Ich kam zum einen nicht gut damit klar, dass er sich so gut mit meiner Mitbewohnerin versteht (eine Freundin aus deren Clique meint schon lange, dass sie soo gut zusammenpassen würden, und hofft offen darauf, dass sie mal ein Paar werden, was mir nach dem Abend ständig durch den Kopf ging – für mich derzeit eine Horrorvorstellung).
Zum anderen machte ich mir wieder Stress, dass ich an dem Abend zu wenig auf ihn zugegangen wäre. Es ist halt so, dass ich immer reflexartig versuche mir nix von meinen Gefühlen anmerken zu lassen, mich eher betont freundschaftlich verhalte und am Ende macht mich genau das, diese Inkongruenz, fertig. Mir geistert dann immer die Vorstellung durch den Kopf, dass ich ihn mit meinem augenscheinlichen Desinteresse abschrecke. Obwohl mir bewusst ist, dass ich in den letzten Monaten viel die Initiative ergriffen habe (was für mich eigentlich untypisch ist).
Nun ja. Ich hatte überlegt, ihm noch einmal zu schreiben, im Sinne von „Ich hab das letzte Treffen mehr als freundschaftlich gemeint und finde dich ziemlich korrekt; deine Nicht-Reaktion auf meine eine Nachricht habe ich aber so interpretiert, dass du kein Interesse hast, sehe ich das richtig?“. Einfach, um mit dem Ganzen abschließen zu können.
Andererseits komme ich mir albern vor ihm nochmal zu schreiben, weil mir schon klar ist, dass sein Verhalten nicht gerade auf mordsmäßiges Interesse hindeutet. Ich stelle mir vor, wie er sich denkt „Hätte ich geahnt, dass das so einen Rattenschwanz nach sich zieht, hätte ich sie damals nie geküsst“…. Außerdem nervt mich die ganze Angelegenheit mittlerweile auch einfach und ich bin nicht mal sicher, wie viel Lust ich auf ein weiteres Treffen hätte. Ich habe schon länger das Gefühl, ihn irgendwie "mitzuschleifen", und das nervt. Als würde ich ein totes Pferd reiten.
(Wobei er ja eigentlich auch durchaus von Anfang klargemacht hat, dass er wenig Interesse an einer Veränderung des Ist-Zustands hat, weshalb ich ihm auch schlecht was vorwerfen kann.
)
Aber ich habe Sorge, dass ich mir nach der nächsten Gruppenaktion, bei der er dabei ist, wieder vor Eifersucht die Augen aus dem Kopf heule und ich will auch wissen, woran ich bin, um sichergehen zu können, dass ich nichts missverstanden habe. Sonst fange ich vielleicht wieder an, jede Kleinigkeit seines Verhaltens zu analysieren, und da habe ich auch keine Lust drauf. (Nächste Woche gehe ich zum Beispiel mit der Clique meiner Mitbewohnerin ins Kino und mir graut es jetzt schon ein wenig vor der Möglichkeit, dass sie dann neben ihm sitzt (man scheint im Kino momentan nur in 2er-Pärchen nebeneinander sitzen zu können) und ich...halt nicht.)
Aber vielleicht würde ich es ja auch schaffen, mich abzulenken und die ganze Sache ohne erneute "Kontaktaufnahme" abzuhaken; ich bin mir nicht sicher. Ich denke auch einfach zu viel darüber nach und deshalb bauscht sich das gerade so auf, glaube ich.
Naja, ich hoffe, das war jetzt alles nicht allzu konfus. Ich weiß selbst nicht so ganz, wo mir der Kopf steht und was ich momentan eigentlich will, womöglich merkt man das dem Text an. Es hat aber auch gut getan, das Ganze einfach mal runterzuschreiben.
Wie wirkt das Ganze auf euch und was würdet ihr an meiner Stelle tun? Was hätte ich eurer Meinung nach an welcher Stelle vielleicht anders machen sollen? Schon mal Danke für jegliche Anregungen.

ich versuche gerade eine Entscheidung zu treffen bezüglich eines Themas, das mich jetzt schon seit fast 4 Monaten immer wieder begleitet, und momentan macht mich das viele Grübeln noch ganz verrückt, weshalb ich hier den Beitrag erstelle. Irgendwie muss ich meine Gedanken einfach mal loswerden.
Angefangen hat das Ganze damit, dass ich vor knapp 4 Monaten mit einem Freund meiner Mitbewohnerin, auf den ich vorher schon ein bissel stand, nach einem Kneipenabend rumgemacht habe (ich hatte damals deswegen auch einen Beitrag im Single-Ladies-Thread erstellt, https://www.planet-liebe.com/threads/all-the-single-ladies-club-iii.585664/page-144#post-13726006). Die Initiative ging damals klar von ihm aus und gemäß seiner späteren Aussage lag das nicht am Alkohol an dem Abend. Ich weiß auch, dass er es schön fand und mich gerne noch zu sich mit nach Hause genommen hätte. Da ich nach dem Abend von anderen zurückgemeldet bekam, dass so ein Verhalten vollkommen untypisch für ihn wäre, machte ich mir Hoffnungen, dass das Ganze vielleicht nicht nur was Einmaliges für ihn war.
Wir hatten ein paar Wochen nach dem Abend ein (von mir initiiertes) Treffen, wo er auf meine Nachfrage meinte, er fände es gut so wie es ist, aber wir könnten uns ja nochmal treffen (à la, man sieht ja gerade wegen Corona eh nicht so viele Leute...). Was ich als "kein Interesse" interpretierte, mit der Erwartung, dass er sich garantiert eh nicht nochmal wegen eines Treffens melden wird. Ich selbst war mir unsicher, was ich will, und formulierte das in dem Gespräch mit ihm auch so, mit dem Zusatz, dass ich am liebsten bei Gruppentreffen geschaut hätte, wie es sich mit ihm entwickelt, aber dank Corona sähe es damit ja eher schwierig aus. Vielleicht ging es ihm da ähnlich.
Dazu, warum ich mir unsicher war: ich mag ihn und finde ihn total attraktiv, aber gleichzeitig habe ich den Eindruck, dass wir vom Lebensstil her ziemlich unterschiedlich sind, zudem war es jetzt noch nie so, dass ich mit ihm wunder-wer-weiß-was für intensive Gespräche geführt hätte. Ich bin auch noch nie besonders gut darin gewesen, zu erkennen, ob ich Gefühle für jemanden habe, bzw. ist es mir noch nie leicht gefallen, mich "einfach mal so" mit jemandem zu treffen, den ich "nur" interessant finde, und zu schauen, ob sich noch mehr Gefühle entwickeln (ich habe irgendwie immer die Erwartung an mich, dass ich dann ja auf jeden Fall Gefühle entwickeln muss, und setze mich total unter Druck - allein, dass ich das mit ihm so weiterverfolgt habe, hat mich Überwindung gekostet, aber ich wollte nicht schon wieder eine Kennenlernepisode im Keim ersticken, wie so oft davor). Dazu kam noch, dass ich Sorge hatte, mich könnte es zu sehr von meiner Masterarbeit ablenken, wenn ich mich jetzt verlieben sollte (ja, vielleicht ein alberner Grund, aber da ich noch nie in einer Beziehung war, hatte/habe ich da die wildesten Vorstellungen...). Im Grunde war das aber egal, denn letztlich hatte er ja eh kein richtiges Interesse. Ich schrieb ihm nach diesem Treffen noch, dass ich die Treffen bisher nett fand und falls er demnächst nochmal Lust hätte, was zu machen, wäre ich dabei. Darauf meinte er "gerne
Irgendwann, zwei, drei Wochen nach dem einen Gespräch, schrieb er mich an, ob ich Lust auf ein Eis hätte. Wir trafen uns, er gab mir mein Eis aus, ich dachte "Hui, ist das vielleicht doch ein Date?". (Irgendwie hatte ich zu der Zeit sehr das Bedürfnis, das Treffen in eine Kategorie zu packen). Das Treffen war eher mäßig gut, ich war super angespannt und dachte die ganze Zeit darüber nach, dass wir ja gar nicht zusammenpassen würden etc.

Wenige Tage nach diesem Treffen schrieb er mich auf einmal nachts an, ob ich Lust hätte, die nächste Woche nochmal was zu unternehmen. Eine Stunde später bekam ich auch von seinem besten Freund und Mitbewohner Nachrichten, die deutlich machten, dass sie gerade scheinbar einen feucht-fröhlichen Abend zusammen verbrachten. Sein Kumpel schrieb u.a. auch Dinge, dass ich "Geduld" mit seinem Freund haben solle und dass sich dieser echt gefreut hätte, als wir zusammen unterwegs gewesen wären.
Ich war daraufhin total verwirrt, habe aber nachts noch geantwortet, dass wir gerne nochmal was machen können (das letzte Treffen fand ich zwar bescheiden, aber vielleicht wäre ich beim nächsten ja weniger angespannt und das Treffen dadurch insgesamt besser, dachte ich). Darauf kam von ihm weder am nächsten Tag, noch die folgenden Tage eine Reaktion, erst drei Tage später schrieb er dann, dass er die Woche doch keine Zeit hätte, da er mehr arbeiten müsse als geplant (ein Hiwi-Job...). Ich könne ja aber am übernächsten Tag mit zum Sport kommen (ein Hobby, zu dem ich vor Corona auch schon öfters mit bin; bin dazu auch in einer WhatsApp-Gruppe, in der er vorher auch schon gefragt hatte, ob jemand mitwill).
Dieser Grillabend brachte mich noch mehr durcheinander. Von ihm kamen, glaube ich, an dem Abend nicht wirklich Signale, dass er mich mehr als freundschaftlich mag. Von mir allerdings auch nicht, schätze ich. Bei mir lag das daran, dass ich unsicher war und mir irgendwie auch nicht die Blöße geben wollte, Interesse zu zeigen, nachdem er mir wenige Tage zuvor eine "Abfuhr" erteilt hatte. Zudem hatte ich Sorge, aufdringlich zu wirken, wo er doch so wenig Interesse signalisierte.
Gleichzeitig machte ich mir an dem Abend aber total einen Kopf, dass ich ja auch nicht wisse, ob er vielleicht tatsächlich so viel arbeiten musste die Tage zuvor, und würde ich mehr Interesse zeigen, würde von ihm ja vielleicht auch mehr zurückkommen und...bla. Bei einem Trinkspiel stellte sich dann heraus, dass er unser letztes Treffen offenbar nicht als Date gesehen hatte (es ging um die Frage, ob er die letzten zwei Wochen ein Date gehabt hätte, welche er mit Nein beantwortete).
Der Abend endete schließlich, nach ein wenig Alkohol, damit, dass ich über ‘ne Stunde recht eng Arm an Arm neben ihm auf dem Sofa saß und er keine Anstalten machte, weiter weg zu rücken. Ich fühlte mich da ziemlich wohl und wäre jemandem, den ich nur freundschaftlich mag, vermutlich nie so auf die Pelle gerückt, da ich sonst nicht der "körperlichste" Mensch bin. Ein wenig flirtete er da auch mit mir, meine ich mich zu erinnern. Irgendwie gab mir das Hoffnung, dass er mich eveeentuell doch nicht so blöd findet, auch wenn ich mir jetzt im Nachhinein denke, dass ich da wahrscheinlich viel zu viel hineininterpretiert habe.

Das führte dazu, dass ich ihn ein paar Tage später anschrieb, ob er nochmal Lust hätte, die Woche was zu machen. Wenn er kein Interesse hat, kann er ja Nein sagen, dachte ich, und dann weiß ich zumindest, woran ich bin.
Aber er sagte tatsächlich zu. Ich schlug einen Filmabend vor, zu dem er ebenfalls Ja sagte und auch noch was zusammen Kochen vorschlug. So trafen wir uns ein paar Tage später bei ihm in der WG, kochten zusammen, was echt nett war, und er fragte danach, ob wir noch einen Film schauen sollen. Machten wir dann auch, plus ein paar Serienfolgen, wobei wir wieder eng beieinander saßen und ich irgendwann meinen Kopf auf seine Schulter legte. Er lehnte daraufhin auch immer wieder seinen Kopf an meinen. Mehr ist nicht passiert, auch wenn ich ihm zum Ende hin zumindest nochmal über den Arm streichelte und er auch mein Knie "zurückdrückte". Diese Nähe zu ihm fand ich schon sehr schön. Mir ist das bisher auch nur seltenst passiert, dass ich so „zärtliche“ Gefühle jemandem gegenüber hatte.
Letztlich war ich es, die den Abend gegen 2 Uhr morgens beendete, weil er am nächsten Tag früh aufstehen musste. Nachdem er den Fernseher ausgeschaltet hatte, saßen wir erstmal schweigend nebeneinander auf der Couch, bis er sich dann doch irgendwann rührte und ich meine sieben Sachen zusammenpackte. Wir verabschiedeten uns per Umarmung und am nächsten Morgen schrieb er mir noch, ob ich gut nach Hause gekommen sei.
Es folgten die Tage darauf noch sehr wenige sehr kurze Nachrichtenwechsel, bis ich ihm schrieb, dass ich den Abend schön gefunden hätte und wir das gerne nochmal wiederholen könnten. Von ihm kam darauf keine Reaktion, nüschts.

Zwei Tage später kam er dann zu uns in die WG, um mit meiner Mitbewohnerin an einem Uniprojekt zu arbeiten, und wir tranken danach zu dritt ein Bier, was entspannt und lustig war. Meine Mitbewohnerin mokierte sich noch ein wenig über den langen Blick, den er und ich bei der Verabschiedung ausgetauscht hätten. Nach diesem Treffen fuhr er für eine Woche in den Urlaub. Er hatte schon "angedroht", dass er uns Bilder schicken würde, „um uns neidisch zu machen“, was er dann auch tat und mir zweimal welche schickte. Ich kommentierte sie eher zurückhaltend, d.h. schon nett, aber ohne Rückfragen, weil ich immer noch seine fehlende Reaktion auf meine eine Nachricht im Kopf hatte.
Tja. Das war vor ca. 2,5 Wochen; meine eine Nachricht, dass ich's schön fand, habe ich ihm vor etwas mehr als drei Wochen geschickt. Letzte Woche hab ich ihn dann im Rahmen einer Gruppenaktivität nochmal gesehen und danach war ich erst einmal so richtig schei… drauf. Ich kam zum einen nicht gut damit klar, dass er sich so gut mit meiner Mitbewohnerin versteht (eine Freundin aus deren Clique meint schon lange, dass sie soo gut zusammenpassen würden, und hofft offen darauf, dass sie mal ein Paar werden, was mir nach dem Abend ständig durch den Kopf ging – für mich derzeit eine Horrorvorstellung).
Zum anderen machte ich mir wieder Stress, dass ich an dem Abend zu wenig auf ihn zugegangen wäre. Es ist halt so, dass ich immer reflexartig versuche mir nix von meinen Gefühlen anmerken zu lassen, mich eher betont freundschaftlich verhalte und am Ende macht mich genau das, diese Inkongruenz, fertig. Mir geistert dann immer die Vorstellung durch den Kopf, dass ich ihn mit meinem augenscheinlichen Desinteresse abschrecke. Obwohl mir bewusst ist, dass ich in den letzten Monaten viel die Initiative ergriffen habe (was für mich eigentlich untypisch ist).
Nun ja. Ich hatte überlegt, ihm noch einmal zu schreiben, im Sinne von „Ich hab das letzte Treffen mehr als freundschaftlich gemeint und finde dich ziemlich korrekt; deine Nicht-Reaktion auf meine eine Nachricht habe ich aber so interpretiert, dass du kein Interesse hast, sehe ich das richtig?“. Einfach, um mit dem Ganzen abschließen zu können.
Andererseits komme ich mir albern vor ihm nochmal zu schreiben, weil mir schon klar ist, dass sein Verhalten nicht gerade auf mordsmäßiges Interesse hindeutet. Ich stelle mir vor, wie er sich denkt „Hätte ich geahnt, dass das so einen Rattenschwanz nach sich zieht, hätte ich sie damals nie geküsst“…. Außerdem nervt mich die ganze Angelegenheit mittlerweile auch einfach und ich bin nicht mal sicher, wie viel Lust ich auf ein weiteres Treffen hätte. Ich habe schon länger das Gefühl, ihn irgendwie "mitzuschleifen", und das nervt. Als würde ich ein totes Pferd reiten.

Aber ich habe Sorge, dass ich mir nach der nächsten Gruppenaktion, bei der er dabei ist, wieder vor Eifersucht die Augen aus dem Kopf heule und ich will auch wissen, woran ich bin, um sichergehen zu können, dass ich nichts missverstanden habe. Sonst fange ich vielleicht wieder an, jede Kleinigkeit seines Verhaltens zu analysieren, und da habe ich auch keine Lust drauf. (Nächste Woche gehe ich zum Beispiel mit der Clique meiner Mitbewohnerin ins Kino und mir graut es jetzt schon ein wenig vor der Möglichkeit, dass sie dann neben ihm sitzt (man scheint im Kino momentan nur in 2er-Pärchen nebeneinander sitzen zu können) und ich...halt nicht.)
Aber vielleicht würde ich es ja auch schaffen, mich abzulenken und die ganze Sache ohne erneute "Kontaktaufnahme" abzuhaken; ich bin mir nicht sicher. Ich denke auch einfach zu viel darüber nach und deshalb bauscht sich das gerade so auf, glaube ich.
Naja, ich hoffe, das war jetzt alles nicht allzu konfus. Ich weiß selbst nicht so ganz, wo mir der Kopf steht und was ich momentan eigentlich will, womöglich merkt man das dem Text an. Es hat aber auch gut getan, das Ganze einfach mal runterzuschreiben.
Wie wirkt das Ganze auf euch und was würdet ihr an meiner Stelle tun? Was hätte ich eurer Meinung nach an welcher Stelle vielleicht anders machen sollen? Schon mal Danke für jegliche Anregungen.

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