
Benutzer122666
Verbringt hier viel Zeit
- #1
Ich (21) bin seit ca. vier Monaten mit meinem Freund (21) zusammen. Wir haben uns in der Schule kennenglernt, da wir dasselbe studieren. Irgendwann haben wir einfach gemerkt, dass wir Seelenverwandte sind. Ich habe wirklich noch nie einen Menschen kennengelernt, der mir ähnlicher ist als er.
Da ich schon zwei vorhergehende Beziehungen hatte, habe ich schon anfangs gemerkt, dass dieses Mal etwas anders ist. Dieses Mal war es etwas Besonderes, Spezielles. Ich fühlte mich völlig verstanden, er war der beste Gesprächspartner, so wie eine meiner besten Kolleginnen. Der einfühlsamste und gefühlvollste Mann, den ich kenne. Es kam vor, dass er einfach begann zu weinen und schluchzen, da er so glücklich war, mich als Freundin zu haben. Das hat mich sehr gerührt und war ein riesiger Liebesbeweis. Manchmal war er sogar richtig panisch, mich zu verlieren. Jedes Mal, wenn wir uns trafen, fragte er mich, ob er mich auch wirklich behalten dürfe. Nie im Leben würde er mich loslassen, hat er mir jedes Mal auf Neue versichert.
Doch gleichzeitig habe ich von Anfang an gemerkt, dass diese Anziehung, das Kribbeln und auch die sexuelle Lust nicht oder nur wenig da war. Ich habe ihn einfach geschätzt und geliebt für seine bewundernswerte Einfühlsamkeit. Seine Nähe habe ich genossen, aber es löste in mir nicht diese Anziehung aus, die ich von meinen zwei früheren Freunden gekannt habe.
Was dazu kommt – oder sogar vielleicht wichtiger Teil davon ist: Mein Freund pflegt sich in meinen Augen nicht richtig. Er badet nur ca. alle drei Tage – zumindest jetzt im Winter – da er das Duschen nicht mag. Es kommt oft vor, dass er trotz Verwendung eines Deos ziemlich fest nach Schweiss riecht oder seine Haare ziemlich fettig sind. Auch hat er Mundgeruch. Vielleicht liegt es an einer Krankheit, die er hat. Ich weiss es nicht. Aber ich bin halt ein ziemlich hygienischer Mensch. Ich habe eine sehr empfindliche Nase und bin oft ziemlich perfektionistisch. Zum Beispiel finde ich es einfach grässlich, wenn über einen ganzen Tag ein offenes Pack Leberwurst und daneben ein verschmutztes Messer von ihm auf dem Tisch liegt. Oder dass er die Kloschüssel nicht reinigt und ich überall „Spuren“ von ihm sehe. Oder dass er morgens das Gesicht nicht wäscht und ich ihn fast jedes Mal darauf aufmerksam machen muss, seinen Augenschmalz aus den Augen zu reiben. Manchmal kann ich ihn einfach nicht „riechen“, so fies und oberflächlich das klingt. Seine Antwort auf seine Körperpflege ist meist diese: „Da leg ich nun mal nicht so einen Wert drauf“.
Ich lege auch keinen übertriebenen Wert darauf, aber ich finde, sauber kann – zumindest in unserer Gesellschaft – jeder sein, wenn er denn auch will. Sich ein bisschen pflegen und auf sich achten finde ich wichtig. Auch wenn ich ihn auch liebe, wenn er morgens aufsteht und noch ein wenig zerknautscht aussieht, das macht mir überhaupt nichts. Auch wenn er krank ist und sich neben mir übergeben muss, dann ist das für mich in Ordnung. Aber dass er oft einfach übel riecht, weil er nicht duscht, weil er keinen „Wert“ auf Körperhygiene legt, dann stösst mich das ab. So weh es mir tut, da er ja so ein liebenswürdiger Mensch ist.
Ein weiterer Punkt: Bei meinem Freund bin es immer ich, die ihm versichern muss, dass ich ihn liebe, wenn er vor Unsicherheit weint. Ich bin es, die das Klappbett aufstellen muss, auch wenn ich nicht so kräftig wie er bin. Ich muss oft die „Rolle des Mannes“ einnehmen. Damit fühle ich mich einfach überfordert. Selbstverständlich tröste ich gerne einen Mann, er darf auch Gefühle zeigen – das finde ich sogar stark. Aber bei meinem Freund ist diese weibliche Seite einfach sehr ausgeprägt. Ich dachte immer, genau das schätze ich. Doch es belastet mich immer mehr.
Meine Kollegin – die ihn auch gut kennt – hat mir anfangs gesagt, sie an meiner Stelle könnte ihn nie lieben, da er für sie nicht mehr als ein bester Kolleg sein könnte. Ich dachte damals: „Wie oberflächlich von ihr?“ Nur weil ein Mann sehr weiblich und verletzlich ist, weil er nicht perfekt zurecht gemacht ist, bedeutet das doch noch nicht, dass man ihn nicht lieben könnte. Wenn ein Mann Gefühle zeigt, ist das doch schön. Was könnte schöner sein?
Deshalb verstehe ich auch nicht, weshalb ich nun an derselben Stelle stehe. Ich, die immer etwas gegen Oberflächlichkeit, gegen Klischees gegenüber Geschlechtern hatte. Wieso genau ich mich nicht mehr voller Liebe zu ihm hingezogen fühle. Zu einem Mann, der mich immer versteht, der mich nicht verletzt, für den ich alles bin. Der sich eine Familie mit mir wünscht. Brauche ich etwa einen Macho, der mich verletzt – so wie es mein erster Freund war? Habe ich einfach Luxusprobleme? Bin ich nie zufrieden mit dem, was ich habe?
Vielleicht habe ich auch einfach zu hohe Erwartungen. Doch wenn es doch passen würde, dann müsste ich mir doch diese Fragen nicht stellen oder? Wenn er der Richtige wäre, würde ich mich doch zu ihm hingezogen fühlen? Oder nicht?
Ich habe einfach Angst, dass ich einen riesigen Fehler begehen würde mit einer Trennung.
Da ich schon zwei vorhergehende Beziehungen hatte, habe ich schon anfangs gemerkt, dass dieses Mal etwas anders ist. Dieses Mal war es etwas Besonderes, Spezielles. Ich fühlte mich völlig verstanden, er war der beste Gesprächspartner, so wie eine meiner besten Kolleginnen. Der einfühlsamste und gefühlvollste Mann, den ich kenne. Es kam vor, dass er einfach begann zu weinen und schluchzen, da er so glücklich war, mich als Freundin zu haben. Das hat mich sehr gerührt und war ein riesiger Liebesbeweis. Manchmal war er sogar richtig panisch, mich zu verlieren. Jedes Mal, wenn wir uns trafen, fragte er mich, ob er mich auch wirklich behalten dürfe. Nie im Leben würde er mich loslassen, hat er mir jedes Mal auf Neue versichert.
Doch gleichzeitig habe ich von Anfang an gemerkt, dass diese Anziehung, das Kribbeln und auch die sexuelle Lust nicht oder nur wenig da war. Ich habe ihn einfach geschätzt und geliebt für seine bewundernswerte Einfühlsamkeit. Seine Nähe habe ich genossen, aber es löste in mir nicht diese Anziehung aus, die ich von meinen zwei früheren Freunden gekannt habe.
Was dazu kommt – oder sogar vielleicht wichtiger Teil davon ist: Mein Freund pflegt sich in meinen Augen nicht richtig. Er badet nur ca. alle drei Tage – zumindest jetzt im Winter – da er das Duschen nicht mag. Es kommt oft vor, dass er trotz Verwendung eines Deos ziemlich fest nach Schweiss riecht oder seine Haare ziemlich fettig sind. Auch hat er Mundgeruch. Vielleicht liegt es an einer Krankheit, die er hat. Ich weiss es nicht. Aber ich bin halt ein ziemlich hygienischer Mensch. Ich habe eine sehr empfindliche Nase und bin oft ziemlich perfektionistisch. Zum Beispiel finde ich es einfach grässlich, wenn über einen ganzen Tag ein offenes Pack Leberwurst und daneben ein verschmutztes Messer von ihm auf dem Tisch liegt. Oder dass er die Kloschüssel nicht reinigt und ich überall „Spuren“ von ihm sehe. Oder dass er morgens das Gesicht nicht wäscht und ich ihn fast jedes Mal darauf aufmerksam machen muss, seinen Augenschmalz aus den Augen zu reiben. Manchmal kann ich ihn einfach nicht „riechen“, so fies und oberflächlich das klingt. Seine Antwort auf seine Körperpflege ist meist diese: „Da leg ich nun mal nicht so einen Wert drauf“.
Ich lege auch keinen übertriebenen Wert darauf, aber ich finde, sauber kann – zumindest in unserer Gesellschaft – jeder sein, wenn er denn auch will. Sich ein bisschen pflegen und auf sich achten finde ich wichtig. Auch wenn ich ihn auch liebe, wenn er morgens aufsteht und noch ein wenig zerknautscht aussieht, das macht mir überhaupt nichts. Auch wenn er krank ist und sich neben mir übergeben muss, dann ist das für mich in Ordnung. Aber dass er oft einfach übel riecht, weil er nicht duscht, weil er keinen „Wert“ auf Körperhygiene legt, dann stösst mich das ab. So weh es mir tut, da er ja so ein liebenswürdiger Mensch ist.
Ein weiterer Punkt: Bei meinem Freund bin es immer ich, die ihm versichern muss, dass ich ihn liebe, wenn er vor Unsicherheit weint. Ich bin es, die das Klappbett aufstellen muss, auch wenn ich nicht so kräftig wie er bin. Ich muss oft die „Rolle des Mannes“ einnehmen. Damit fühle ich mich einfach überfordert. Selbstverständlich tröste ich gerne einen Mann, er darf auch Gefühle zeigen – das finde ich sogar stark. Aber bei meinem Freund ist diese weibliche Seite einfach sehr ausgeprägt. Ich dachte immer, genau das schätze ich. Doch es belastet mich immer mehr.
Meine Kollegin – die ihn auch gut kennt – hat mir anfangs gesagt, sie an meiner Stelle könnte ihn nie lieben, da er für sie nicht mehr als ein bester Kolleg sein könnte. Ich dachte damals: „Wie oberflächlich von ihr?“ Nur weil ein Mann sehr weiblich und verletzlich ist, weil er nicht perfekt zurecht gemacht ist, bedeutet das doch noch nicht, dass man ihn nicht lieben könnte. Wenn ein Mann Gefühle zeigt, ist das doch schön. Was könnte schöner sein?
Deshalb verstehe ich auch nicht, weshalb ich nun an derselben Stelle stehe. Ich, die immer etwas gegen Oberflächlichkeit, gegen Klischees gegenüber Geschlechtern hatte. Wieso genau ich mich nicht mehr voller Liebe zu ihm hingezogen fühle. Zu einem Mann, der mich immer versteht, der mich nicht verletzt, für den ich alles bin. Der sich eine Familie mit mir wünscht. Brauche ich etwa einen Macho, der mich verletzt – so wie es mein erster Freund war? Habe ich einfach Luxusprobleme? Bin ich nie zufrieden mit dem, was ich habe?
Vielleicht habe ich auch einfach zu hohe Erwartungen. Doch wenn es doch passen würde, dann müsste ich mir doch diese Fragen nicht stellen oder? Wenn er der Richtige wäre, würde ich mich doch zu ihm hingezogen fühlen? Oder nicht?
Ich habe einfach Angst, dass ich einen riesigen Fehler begehen würde mit einer Trennung.