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Benutzer216198 (33)
Ist noch neu hier
- #1
Hallo liebe Community,
ich musste mich irgendwo registrieren, um vieles niederzuschreiben was mich in letzter Zeit bewegt hat. Vielleicht bekomme ich von euch ja Zuspruch oder deutliche Warnungen, weil meine Gefühlswelt momentan ein stetiges Auf&Ab ist wobei ich die tiefsten Täler sicherlich überwunden habe. Dennoch schwingt etwas die Angst mit, dass diese durch Naivität wieder kommen. Ein neutraler Blick ist sicher nicht verkehrt.
Zum Hintergrund:
Ich hatte mit meiner (Noch)Frau, ich 33 sie 34, über 12 Jahre eine Beziehung geführt, 3 davon waren wir verheiratet. Insbesondere die Ehejahre waren voller Lügen, Misstrauen und Streit. Die Liebe war nur mehr einseitig da und wurde durch ihr Verhalten in den letzten Wochen und Monaten auch bei mir langsam erstickt. Also ich hatte damit zu kämpfen, dass ich stets alleine mit den Kindern war, auch der Haushalt an mir hängen blieb und ich dazu noch 40 Stunden arbeiten musste. Bei ihr begann eine seltsame Art der "Selbstfindung" mit Partys, Ausflügen und exzessivem Sport. Als würde sie nochmal in die Pubertät zurückkehren. Ich hab sie gewähren lassen in der Hoffnung, dass sie zu Sinnen kommt und vielleicht Einsicht hat. Der Streit wurde weniger. Bis plötzlich andere Männer in ihr Leben traten. Meist nur als ausufernde Chats begonnen in Datingapps bis hin zu nächtelangen Telefonaten mit wildfremden Männern. Ich hab mir da ein ziemliches Scheissverhalten angewöhnt, nämlich sie zu kontrollieren. Der Anfang vom Ende. Wie lange war sie nachts in Whatsapp online? Hat sie den Kindern die Zähne geputzt? Also Zahnpasta weggeräumt und geschaut was passiert. Lauter so kleine Dinge einfach aus dem Grund, weil ich auf jede noch so kleine Frage einfach mit einer Lüge konfrontiert worden bin. Das hat mich ziemlich kaputt gemacht und ich hatte zwischenzeitlich auch Angst in Depressionen zu rutschen, weil mir nichts mehr Freude gemacht hat. Im Sinne der Kinder WOLLTE ich aber, dass es funktioniert. Wusste aber es geht nicht mehr. Als sie dann die Kinder in der Öffentlichkeit lauthals als Belastung beschimpft hatte und sie bei meinen berufsbedingten Abwesenheiten ohnehin richtig schlecht versorgt waren (Dauerfernsehen...) war der Punkt überschritten und ich musste mich trennen. Als ich ihr das eröffnet habe wirkte sie erleichtert und hat sich innerhalb von 3 Tagen eine neue Wohnung gesucht. Damit war ich auch von jetzt auf gleich glücklicher. Wir sehen es beide als die beste Entscheidung. Ich bin zwar jetzt alleinerziehend aber habe das Gefühl einer nie dagewesenen Freiheit und Energie. Da ist gar kein Platz für Ängste. Ihr stehe ich mittlerweile neutral gegenüber. Die einzigen Gespräche drehen sich um die Kinder. Wir sehen uns nur minutenweise.
Das war Ende Juni Anfang Juli. Bis hierhin hab ich mich auch dran gewöhnt und komme sehr gut zurecht. Hab mich zwar auf Datingapps angemeldet aber nur so halbherzig geschrieben, weil ich keine neue Frau in meinem Leben will und ONS irgendwie keinen Reiz haben.
Bis vorletzte Woche. Eine alte Bekannte mit der ich vor Jahren oberflächlichen nichtmal freundschaftlichen Kontakt hat mich erkannt und mir auf einer der Apps geschrieben. Wir tauschten die Nummern aus und redeten darüber was die Jahre so passiert war. Ebenso oberflächlich. Dann haben wir uns auf ein "Date" geeinigt und bei ihr zu Hause kochen wollen, auch zwanglos und ohne einen Gedanken daran ein romantisches Date draus zu machen.
Was soll ich sagen? Es kam nicht zum Kochen. Es war wie eine Explosion der Gefühle. Wir haben uns stundenlang nicht aufhören können zu berühren. Und über alles gesprochen was so passiert ist und ich bekam den Blick, den ich mir von meiner eigenen Frau immer gewünscht hab: Einen wertschätzenden verliebten Blick - etwas worauf ich bei anderen immer neidisch war. Wir verbrachten die Nacht und den Morgen miteinander. Der folgende Arbeitstag war voller Energie. So viel habe ich schon eine Ewigkeit nicht mehr weg gearbeitet. Bevor wir da zu viel hineininterpretieren beschlossen wir den Kontakt zu halten und zu schauen was passiert. "Leider" passierte nichts. Die Gefühle blieben und sind wirklich überwältigend.
Natürlich ist uns beiden bewusst, dass nichts dauerhaftes daraus werden kann. Sie ist 4 Jahre jünger als ich, wohnt im Ort meiner Arbeitsstelle fast 100km weit weg und meinen Kindern würde ich eine neue Frau nicht zumuten wollen. Zudem passen wir auch Interessenstechnisch gar nicht zusammen. Wir haben uns auf eine "Affäre mit Emotionen" geeinigt. Wann immer es zeitlich möglich ist verbringen wir Zeit miteinander und das ist perspektivisch nicht viel in Anbetracht meiner Situation. Bisher haben wir uns 4x getroffen und die Sehnsucht kommt sofort mit der Verabschiedung wie im Teeniealter.
Ich genieße es einfach sehr verliebt zu sein und das auch zurückzubekommen.
Und nun kommen wieder die Zweifel und Verlassensängste auf. Wie kann ich das nur abstellen?
Wieso kann ich nicht einfach unkompliziert geniessen was gerade passiert?
Und vor allem wie kann ich verhindern, wieder in dieses kontrollierende Verhalten abzuschweifen?
Ich hab ihr diese Ängste gesagt und alles auch so reflektiert. Ich bin normal eine starke Persönlichkeit aber das belastet mich einfach. Ich hab sie wirklich gern will mich aber trotzdem so gut es geht davor schützen wieder so stark verletzt zu werden. Und das ist belastend. Obwohl wir auch so verblieben sind, was wir gar nichts exklusives haben sondern für jeden einzelne dann eine Flucht wann immer es passt. Exklusivität dürfte ich gar nicht einfordern oder warum soll ich einen Menschen einschränken, dem ich gar nicht alles geben kann und will.
Ja, das Verhältnis wird auch irgendwann enden. Diese negativen Gefühle und Ängste bleiben aber und da hab ich auch Sorge, dass das gar nicht mehr weggeht mit den schlechten Verhaltensweisen bei kommenden Begegnungen.
Vielleicht habt ihr ja ein paar Gedanken dazu. Gerne führe ich auch weiteres dazu aus, falls es jemanden interessiert.
Viele Grüße aus dem sonnigen und windigen Süden Deutschlands
ich musste mich irgendwo registrieren, um vieles niederzuschreiben was mich in letzter Zeit bewegt hat. Vielleicht bekomme ich von euch ja Zuspruch oder deutliche Warnungen, weil meine Gefühlswelt momentan ein stetiges Auf&Ab ist wobei ich die tiefsten Täler sicherlich überwunden habe. Dennoch schwingt etwas die Angst mit, dass diese durch Naivität wieder kommen. Ein neutraler Blick ist sicher nicht verkehrt.
Zum Hintergrund:
Ich hatte mit meiner (Noch)Frau, ich 33 sie 34, über 12 Jahre eine Beziehung geführt, 3 davon waren wir verheiratet. Insbesondere die Ehejahre waren voller Lügen, Misstrauen und Streit. Die Liebe war nur mehr einseitig da und wurde durch ihr Verhalten in den letzten Wochen und Monaten auch bei mir langsam erstickt. Also ich hatte damit zu kämpfen, dass ich stets alleine mit den Kindern war, auch der Haushalt an mir hängen blieb und ich dazu noch 40 Stunden arbeiten musste. Bei ihr begann eine seltsame Art der "Selbstfindung" mit Partys, Ausflügen und exzessivem Sport. Als würde sie nochmal in die Pubertät zurückkehren. Ich hab sie gewähren lassen in der Hoffnung, dass sie zu Sinnen kommt und vielleicht Einsicht hat. Der Streit wurde weniger. Bis plötzlich andere Männer in ihr Leben traten. Meist nur als ausufernde Chats begonnen in Datingapps bis hin zu nächtelangen Telefonaten mit wildfremden Männern. Ich hab mir da ein ziemliches Scheissverhalten angewöhnt, nämlich sie zu kontrollieren. Der Anfang vom Ende. Wie lange war sie nachts in Whatsapp online? Hat sie den Kindern die Zähne geputzt? Also Zahnpasta weggeräumt und geschaut was passiert. Lauter so kleine Dinge einfach aus dem Grund, weil ich auf jede noch so kleine Frage einfach mit einer Lüge konfrontiert worden bin. Das hat mich ziemlich kaputt gemacht und ich hatte zwischenzeitlich auch Angst in Depressionen zu rutschen, weil mir nichts mehr Freude gemacht hat. Im Sinne der Kinder WOLLTE ich aber, dass es funktioniert. Wusste aber es geht nicht mehr. Als sie dann die Kinder in der Öffentlichkeit lauthals als Belastung beschimpft hatte und sie bei meinen berufsbedingten Abwesenheiten ohnehin richtig schlecht versorgt waren (Dauerfernsehen...) war der Punkt überschritten und ich musste mich trennen. Als ich ihr das eröffnet habe wirkte sie erleichtert und hat sich innerhalb von 3 Tagen eine neue Wohnung gesucht. Damit war ich auch von jetzt auf gleich glücklicher. Wir sehen es beide als die beste Entscheidung. Ich bin zwar jetzt alleinerziehend aber habe das Gefühl einer nie dagewesenen Freiheit und Energie. Da ist gar kein Platz für Ängste. Ihr stehe ich mittlerweile neutral gegenüber. Die einzigen Gespräche drehen sich um die Kinder. Wir sehen uns nur minutenweise.
Das war Ende Juni Anfang Juli. Bis hierhin hab ich mich auch dran gewöhnt und komme sehr gut zurecht. Hab mich zwar auf Datingapps angemeldet aber nur so halbherzig geschrieben, weil ich keine neue Frau in meinem Leben will und ONS irgendwie keinen Reiz haben.
Bis vorletzte Woche. Eine alte Bekannte mit der ich vor Jahren oberflächlichen nichtmal freundschaftlichen Kontakt hat mich erkannt und mir auf einer der Apps geschrieben. Wir tauschten die Nummern aus und redeten darüber was die Jahre so passiert war. Ebenso oberflächlich. Dann haben wir uns auf ein "Date" geeinigt und bei ihr zu Hause kochen wollen, auch zwanglos und ohne einen Gedanken daran ein romantisches Date draus zu machen.
Was soll ich sagen? Es kam nicht zum Kochen. Es war wie eine Explosion der Gefühle. Wir haben uns stundenlang nicht aufhören können zu berühren. Und über alles gesprochen was so passiert ist und ich bekam den Blick, den ich mir von meiner eigenen Frau immer gewünscht hab: Einen wertschätzenden verliebten Blick - etwas worauf ich bei anderen immer neidisch war. Wir verbrachten die Nacht und den Morgen miteinander. Der folgende Arbeitstag war voller Energie. So viel habe ich schon eine Ewigkeit nicht mehr weg gearbeitet. Bevor wir da zu viel hineininterpretieren beschlossen wir den Kontakt zu halten und zu schauen was passiert. "Leider" passierte nichts. Die Gefühle blieben und sind wirklich überwältigend.
Natürlich ist uns beiden bewusst, dass nichts dauerhaftes daraus werden kann. Sie ist 4 Jahre jünger als ich, wohnt im Ort meiner Arbeitsstelle fast 100km weit weg und meinen Kindern würde ich eine neue Frau nicht zumuten wollen. Zudem passen wir auch Interessenstechnisch gar nicht zusammen. Wir haben uns auf eine "Affäre mit Emotionen" geeinigt. Wann immer es zeitlich möglich ist verbringen wir Zeit miteinander und das ist perspektivisch nicht viel in Anbetracht meiner Situation. Bisher haben wir uns 4x getroffen und die Sehnsucht kommt sofort mit der Verabschiedung wie im Teeniealter.
Ich genieße es einfach sehr verliebt zu sein und das auch zurückzubekommen.
Und nun kommen wieder die Zweifel und Verlassensängste auf. Wie kann ich das nur abstellen?
Wieso kann ich nicht einfach unkompliziert geniessen was gerade passiert?
Und vor allem wie kann ich verhindern, wieder in dieses kontrollierende Verhalten abzuschweifen?
Ich hab ihr diese Ängste gesagt und alles auch so reflektiert. Ich bin normal eine starke Persönlichkeit aber das belastet mich einfach. Ich hab sie wirklich gern will mich aber trotzdem so gut es geht davor schützen wieder so stark verletzt zu werden. Und das ist belastend. Obwohl wir auch so verblieben sind, was wir gar nichts exklusives haben sondern für jeden einzelne dann eine Flucht wann immer es passt. Exklusivität dürfte ich gar nicht einfordern oder warum soll ich einen Menschen einschränken, dem ich gar nicht alles geben kann und will.
Ja, das Verhältnis wird auch irgendwann enden. Diese negativen Gefühle und Ängste bleiben aber und da hab ich auch Sorge, dass das gar nicht mehr weggeht mit den schlechten Verhaltensweisen bei kommenden Begegnungen.
Vielleicht habt ihr ja ein paar Gedanken dazu. Gerne führe ich auch weiteres dazu aus, falls es jemanden interessiert.
Viele Grüße aus dem sonnigen und windigen Süden Deutschlands
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